Diese hocherfahrene, heute 80-jährige Autorin wandert klug mit uns durch ihr Leben, ihre Familie, ihr Schreiben, ständig begleitet von körperlichen Schmerzen, die sie zugleich von ihren Ängsten ablenken. Im späten Alter findet sie noch eine Liebe: Den sechs Jahre älteren Friedrich. Anfangs konnte ihr Lebensgefährte noch einen Kopfstand machen, ging Eisbaden, doch schnell wurden beide älter und schwächer: »Es gab Zeiten, da nannte er mich seine Königin, seine Heilige, seine Jeanne d’Arc.
Jetzt liegt er nachts mit seinem Tod im Bett.« Wodins große Stärke ist ihr haltgebender Tonfall, sie bringt uns schonungslos das Alter näher, begleitet uns mit großer Sicherheit an den Abgrund, der der Tod ist. Eine unglaublich schöne, feine Reflexion.
Natascha Wodin
Die späten Tage
Rowohlt, 288 S.


