Für diesen Fall hat der französische Psychiater François Lelord ein Buch parat. Er hat seinen Job zugunsten des Schreibens an den Nagel gehängt und ist mit »Hectors Reise. Oder die Suche nach dem Glück« 2002 international bekannt geworden. Jetzt kann man sich mit ihm die Frage stellen: Bin ich zu nett?
Also ja, Nettsein hat bestimmt auch viele Vorteile: Nette Menschen leben länger und knüpfen dauerhafte Beziehungen. Aber – nette Menschen sind häufig zu bescheiden, zu aufrichtig, zu empathisch. Das Freundlichsein kann ihnen als Schwäche ausgelegt werden. Bescheiden zu sein ist etwa gut und schön, man wird von anderen vielleicht besser akzeptiert. Beruflich aufsteigen wird man so aber eher nicht.
Lelord verknüpft die Kapitel im Buch tatsächlich am Ende zu so etwas wie einem Glücksrezept. Bleibt die Frage: Ist man selbst noch bescheiden, wenn man sich für bescheiden hält und dieses Buch liest?
François Lelord
Bin ich zu nett?
Penguin, 208 S.


