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Wann wurde eigentlich alles Pop?
Wann wurde eigentlich alles Pop?
Früher war Pop vielleicht noch leichter zu erkennen. In den 60ern und 70ern bedeutete Pop vor allem eingängige Songs, große Refrains und Radiohits. Die Motown Ära rund um Diana Ross brachte Soul und Groove in die Wohnzimmer der Welt und machte Popmusik erstmals wirklich global. Gleichzeitig entstand dahinter eine riesige Industrie. Labels bauten Stars gezielt auf, Songs wurden in regelrechten Hit Fabriken geschrieben.
What is Pop? - im Gespräch mit Eberhard Forcher
What is Pop? - im Gespräch mit Eberhard Forcher
In einem Interview erklärte Musikwissenschaftler Hubert Gauvin, wie sehr Streaming-Dienste, vor allem Spotify, die Popmusik verändert haben könnten. In seiner Untersuchung stellte er fest, dass sich die Intros der Chartmusik in den letzten 30 Jahren stark verkürzt haben. Von rund 23 Sekunden auf nur noch 5 Sekunden im Schnitt. Kurz gefasst: Die Welt wird sekündlich schneller, sodass allen und allem weniger Zeit bleibt, für sich zu werben, wodurch das „auf den Punkt kommen“ eine immer stärkere Ausprägung erfährt. Ein Track mit einem zu langsamen Aufbau wird vermutlich vom gemeinen Musikhörer geskippt, während ein Track, der sofort startet, weitergehört wird und die Aufmerksamkeit bündelt. Ob das alleine schon die Popmusik nachhaltig verändert hat, oder ob es auch andere Gründe dafür gibt, das möchte ich in einem Gespräch herausfinden. Und mit wem sollte ich sonst sprechen, als mit Eberhard Forcher.

