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100 Jahre Miles Davis

100 Jahre Miles Davis

Der Mann, der den Jazz immer wieder neu erfand. Am 26. Mai wäre Miles Davis 100 Jahre alt geworden. Und obwohl sein Name längst zur Musikgeschichte gehört, klingt seine Kunst bis heute erstaunlich gegenwärtig. Kaum ein anderer Musiker hat den Jazz so oft verändert, erweitert und neu gedacht wie er.

Geboren 1926 in Alton, Illinois, begann Davis bereits früh Trompete zu spielen. In den 1940er-Jahren zog er nach New York, offiziell zum Studium an der Juilliard School, tatsächlich aber vor allem, um nachts in den Clubs der 52nd Street mit den Größen des Bebop zu spielen. Dort traf er auf Charlie Parker und Dizzy Gillespie,  Musiker, die den Jazz gerade revolutionierten.

Doch Miles Davis wollte nie einfach nur Teil einer Bewegung sein. Er wollte die nächste schaffen. Schon Ende der 40er-Jahre entstand mit den Aufnahmen zu Birth of the Cool ein Gegenentwurf zum hektischen Bebop: kühlere Arrangements, mehr Raum, subtilere Dynamik. Damit legte Davis den Grundstein für den sogenannten Cool Jazz.

In den 1950ern folgte eine Reihe legendärer Aufnahmen, darunter Kind of Blue aus dem Jahr 1959. Bis heute gilt es als das meistverkaufte Jazzalbum aller Zeiten. Gemeinsam mit Musikern wie John Coltrane, Bill Evans und Cannonball Adderley schuf Davis darauf Musik, die gleichzeitig komplex und zugänglich wirkt. Voller Atmosphäre, Offenheit und intuitiver Kommunikation.

Gerade das machte Miles Davis so außergewöhnlich: Er umgab sich stets mit jungen, innovativen Musiker:innen und erkannte Talente oft lange bevor sie weltberühmt wurden. Wer in einer Miles-Davis-Band spielte, gehörte meist bald selbst zur Jazz-Elite. Stillstand interessierte ihn nie. Ende der 60er begann Davis, Jazz mit Rock, Funk und elektronischen Elementen zu verbinden. Das Ergebnis war Bitches Brew. Ein radikales Werk, das den Jazz endgültig in neue Richtungen öffnete. Viele liebten es, manche hassten es. Ignorieren konnte es niemand.

Auch optisch und kulturell war Miles Davis seiner Zeit voraus. Maßgeschneiderte Anzüge in den 50ern, psychedelische Bühnenästhetik in den 70ern, später Lederjacken, Synthesizer und Funk-Grooves. Davis verstand Musik immer als Teil einer größeren kulturellen Bewegung. Seine Einflüsse reichen deshalb weit über den Jazz hinaus: Hip-Hop, Neo Soul, elektronische Musik oder experimenteller Pop beziehen sich bis heute auf ihn.

Dabei war er nie der einfache Held. Davis galt als schwierig, kompromisslos und oft unnahbar. Seine Karriere war geprägt von Rassismus-Erfahrungen, gesundheitlichen Krisen und Drogenproblemen. Doch gerade diese Widersprüche machten ihn zu einer so faszinierenden Figur: verletzlich und arrogant, introvertiert und revolutionär zugleich.Als Miles Davis 1991 starb, hinterließ er keinen abgeschlossenen Stil, sondern eine Haltung: Musik darf sich verändern. Sie muss es vielleicht sogar. 100 Jahre nach seiner Geburt bleibt Miles Davis deshalb nicht nur eine Jazzlegende, sondern ein Symbol für künstlerische Neugier.

Oder wie er selbst einmal sagte:„Do not fear mistakes. There are none.“

Und vielleicht beschreibt genau das seinen Einfluss bis heute am besten!

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