fbpx

SME NewsLetter v1   Newsletter

 

Mit Superfly um die Welt: Gnawa (Marokko)

Mit Superfly um die Welt: Gnawa (Marokko)

Wenn wir heute mit Superfly um die Welt reisen, dann landen wir in Marokko, zwischen Atlantikküste und Wüste, dort wo Musik mehr ist als Klang. Gnawa, das ist kein klassisches Genre, sondern eine spirituelle Tradition mit Wurzeln in Westafrika, aus Regionen wie Mali oder Senegal, die über transsaharische Routen nach Nordafrika kam. In Marokko entstand daraus ein eigener kultureller Kosmos.

In den sogenannten Lila Zeremonien, nächtlichen Ritualen, bei denen Musik zur Trance und Heilung eingesetzt wird, tragen die tiefe Guembri, eine dreisaitige Basslaute, und die klirrenden Krakebs, Metallkastagnetten, die Menschen in tranceartige Zustände. Ein Sound, der leise beginnt, sich entfaltet und genau darin seine Kraft findet.

Über Generationen hinweg wurde dieser Sound von den Maâlems geprägt, den musikalischen und spirituellen Leitern dieser Tradition. Einer der einflussreichsten war Maâlem Mahmoud Guinia, der Gnawa weit über Marokko hinaus hörbar gemacht und ihn in den Dialog mit Jazz geführt hat. Seine Musik steht bis heute für diesen hypnotischen Kern.

Doch Gnawa war nie nur männlich geprägt. Frauen waren immer Teil dieser Kultur, als Moqaddemat, spirituelle Leiterinnen, oder als Tänzerinnen, die die Verbindung zwischen Musik und Körper tragen. Heute stehen sie selbst im Zentrum. Eine von ihnen ist Asmaa Hamzaoui, die mit ihrer Band Bnat Timbouktou die Guembri spielt und diese Tradition in die Gegenwart führt.

Und genau hier beginnt sich der Sound zu öffnen. Aus dieser tief verwurzelten Tradition entstehen neue Klangsprachen, die sich nach außen bewegen, ohne den Kern zu verlieren. Bei Oum hört man das in warmen, getragenen Arrangements zwischen Soul und Jazz, während Hindi Zahra diese Atmosphäre weiter verdichtet und in eine reduzierte, fast schwebende Form bringt. Und auch wenn queere Stimmen in vielen Teilen dieser Welt oft unsichtbar bleiben müssen, gerade in einem gesellschaftlichen Umfeld, das in Teilen noch konservativ geprägt ist, entstehen in solchen musikalischen und spirituellen Räumen neue Formen von Ausdruck. Gnawa war immer ein Ort für Transformation, für das Überschreiten von Grenzen, musikalisch wie kulturell. Ein Raum, in dem Identität nicht immer eindeutig festgelegt ist, sondern sich im Rhythmus, in der Bewegung und im Moment neu entfalten kann.

Ein Sound zwischen Welten, verwurzelt in Marokko und getragen von westafrikanischen Wurzeln, heute weitergedacht in der Gegenwart. Gnawa nimmt sich Zeit, entfaltet sich und bleibt genau deshalb hängen. Und genau so klingt auch Superfly. Ein Groove, den man nicht nur hört, sondern mitnimmt. 

Territory

AUSTRIA
UKW: Wien 98.3 | St.Pölten, Tulln, Krems 93.2 | Baden 95.5
DAB+: österreichweit seit 21. Juni 2024
Kabel: Magenta TV

WORLD
Superfly App for iOS & Android
Smart Speaker: Alexa & Google Home Skill