Gleichzeitig hat sich das Genre immer weiterentwickelt in Sounds wie Sgija, Sgidongo oder Private School Piano. Aber wie so oft schaut man schnell nur auf die größten Namen. Gerade im Amapiano passiert viel dieser Bewegung noch immer im Untergrund. Auffällig ist: Viele dieser Impulse kommen von Frauen: von Künstlerinnen, die noch nicht auf den großen Playlists gelandet sind. Makhanj ist dafür ein gutes Beispiel.
Sie kommt aus Mthatha in der Eastern Cape Province und gehört zu den Stimmen, die man nicht überhört. OkayAfrica zählt sie zu den neuen Artists, die Amapiano gerade nach vorne schieben. 2024 erschien ihr Album „Ntyatyambo“, und auf Tracks wie „Nguwe“ bleibt vor allem hängen, wie präsent ihre Stimme ist und wie stark sie einen Beat tragen kann. Auch Mia gehört zu dieser neuen Generation. Viele kennen sie noch aus South African Idols, später wurde sie von Apple Music als Next Artist hervorgehoben. Ihre EP „The Other Side“ kam zwar eher aus dem R&B, aber ihre Amapiano-Seite ist genauso spannend, etwa auf dem Feature „Sukundijonga“ mit Bandros. Bei ihr hört man, wie breit dieses Genre inzwischen ist: nicht nur Dancefloor, sondern auch Gefühl und starke Vocals.
Bei Nia Pearl ist das Wort „Underground“ fast schon zu klein. In der Szene ist sie längst keine Unbekannte mehr, außerhalb davon aber oft noch unterschätzt. Mit ihrer EP „Nia Lo“ und später „Nia Lo Stripped Down“ hat sie gezeigt, dass sie mehr ist als nur eine Feature-Stimme. Gleichzeitig war sie auf wichtigen Tracks wie „Enchanted Mantra“ zu hören. Sie steht genau an diesem Punkt zwischen Core-Amapiano-Star und größerem Durchbruch. Vielleicht ist sie ja bald auf den großen Playlists zu hören.
Und dann ist da noch Babalwa M. In der Amapiano-Core-Szene ist sie längst ein Name, international aber noch nicht in dem Maß sichtbar, wie sie es eigentlich sein müsste. Ihre Projekte „Pisces“, „Candour“ und zuletzt „Acquiesce“ zeigen, wie stark sie in diesem Genre funktioniert. Sie ist vielleicht nicht mehr underground im engeren Sinn, aber definitiv eine Künstlerin, die außerhalb der Szene noch nicht die Recognition bekommt.
Wenn wir über Amapiano sprechen, reden wir oft über die großen Namen. Dabei steckt noch so viel mehr dahinter. Und sind wir ehrlich: Wie spannend ist es, das Wachstum des Genres mithilfe dieser starken Künstlerinnen mitzuerleben. Künstlerinnen, die zeigen, dass Amapiano mehr ist als ein Hype. In Südafrika ist der Sound Kultur, Alltag und für viele dieser Künstler:innen auch echte Lebensgrundlage.

