Album der Woche
22 Durnham Dew
Artist: Benny Sings
Label: Stones Throw Records
Benny Sings ist zurück und so persönlich wie noch nie. Der niederländische Musiker und Produzent veröffentlicht mit „22 Durnham Dew“ ein Album, das näher an seinem eigenen Leben liegt als viele seiner bisherigen Arbeiten, die oft auch Raum für Fantasien offen gelassen haben. Nach Jahren zwischen Studio, Tourneen und Kollaborationen hat sich bei Benny Sings einiges verändert: statt Großstadtleben in Amsterdam nun Familien Alltag auf dem Land.
Here Because Of Hope
Artist: Ezra Collective
Label: Partisan Records
Jazz lässt sich mit so manchen Genres kombinieren...sei es Afrobeat, Soul, Hip-Hop, Reggae oder einfach Sounds von Londons Clubszene. Ezra Collective wollten Jazz nie in eine Schublade pressen. Die 5-köpfige Londoner Band gibt es seit 2016, kennengelernt haben sich die Musiker über einen Jugendclub. 2023 gewann die Band mit „Where I’m Meant To Be“ den Mercury Prize. Jetzt ist ihr neues Meisterwerk da, das Album „Here Because Of Hope“.
Chakzilla
Artist: Chaka Khan
Label: BMG Rights
Es gibt Stimmen, die altern. Und es gibt Stimmen, bei denen man nach wenigen Sekunden wieder weiß, warum sie Musikgeschichte geschrieben haben. Chaka Khan gehört ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie. Der Albumtitel ist eine Ansage: „Chakzilla“. 10 Songs, wo weniger auf Nostalgie als auf einen zeitgemäßen Mix aus Funk, Soul, Disco und R&B gesetzt wird.
Love Me For Me
Artist: October London
Label: Death Row Records
Wenn eine Stimme klingt, als hätte sie jahrzehntelang zwischen Motown, Philly Soul und einem gut gepflegten Stapel alter R&B-Platten gelebt, dann gehört sie vermutlich October London. Auf seinem neuen Album "Love Me For Me" führt der Sänger jene klassische Soul-Tradition fort, die ihn seit "The Rebirth of Marvin" zu einer der markantesten Stimmen des zeitgenössischen R&B gemacht hat.
Before The World Blows
Artist: Erykah Badu & The Alchemist
Label: Control Freaq Records / Young Recordings
Sechzehn Jahre sind vergangen, seit Erykah Badu ihr letztes reguläres Studioalbum veröffentlicht hat. Für "Before the World Blows" hat sie sich recht überraschend mit The Alchemist zusammengetan. Der Produzent steht für eine staubige, reduzierte Hip-Hop-Ästhetik. Und am Ende passt das alles erstaunlich gut zu Badus eigenwilliger Vorstellung von Soul.
Gentlewoman
Artist: Cleo Sol
Label: Forever Living Originals
Cleo Sol ist zurück. Und das mit ihrem fünften Album. Die Londoner Soul- und R&B-Künstlerin meldet sich nach einer längeren, sehr produktiven Pause überraschend mit einem neuen Werk zurück. „Gentlewoman“ heißt das Album mit seinen wundervollen 15 Songs, die sich nicht an die heute vermeintlich geltenden Regeln einer optimalen Streaming-Länge halten. Cleo Sol macht ihr eigenes Ding und bleibt ihrem Rhythmus treu, ganz egal, welche Standards die Branche vorgibt.
The Womack Sisters
Artist: The Womack Sisters
Label: Daptone Records
Drei Stimmen, elf Songs und ein Familienname, der in der Soulgeschichte einiges an Einfluss mitbringt. Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum stellen sich The Womack Sisters trotzdem ganz bewusst selbst vor. BG, Zeimani und Kucha sind die Töchter von Cecil und Linda Womack, bekannt als Womack & Womack, Enkelinnen von Sam Cooke und Nichten von Bobby Womack. Musik war für sie von klein auf eine Leidenschaft, die man auch als Beruf wählen kann. Schon als Kinder standen sie mit ihren Eltern auf Bühnen und sangen im Studio.
Sunshine
Artist: Jungle
Label: Caiola Records
Es gibt Bands, die mit jedem Album alles neu machen wollen. Und es gibt Jungle. Das britische Trio, bestehend aus Josh Lloyd-Watson, Tom McFarland und Lydia Kitto, verfolgt seit Jahren einen anderen Weg: Es verfeinert seinen unverwechselbaren Mix aus Soul, Disco, Funk und elektronischem Pop. Mit „Sunshine“, dem fünften Studioalbum, gelingt das überzeugender denn je.
Chilling Effect
Artist: Dead Horse Beats
Label: Wonderwheel Recordings
Patrick Wade gehört zu jenen Musikern, die lieber an ihrem Sound arbeiten als an ihrer Sichtbarkeit. Der Produzent aus Toronto komponiert unter anderem für Filmproduktionen und das Royal Winnipeg Ballet. Mit seinem Soloprojekt Dead Horse Beats veröffentlicht er hingegen nur in größeren Abständen neue Musik. Und nun sein Album „Chilling Effect“.

