Album der Woche
Before The World Blows
Artist: Erykah Badu & The Alchemist
Label: Control Freaq Records / Young Recordings
Sechzehn Jahre sind vergangen, seit Erykah Badu ihr letztes reguläres Studioalbum veröffentlicht hat. Für "Before the World Blows" hat sie sich recht überraschend mit The Alchemist zusammengetan. Der Produzent steht für eine staubige, reduzierte Hip-Hop-Ästhetik. Und am Ende passt das alles erstaunlich gut zu Badus eigenwilliger Vorstellung von Soul.
Gentlewoman
Artist: Cleo Sol
Label: Forever Living Originals
Cleo Sol ist zurück. Und das mit ihrem fünften Album. Die Londoner Soul- und R&B-Künstlerin meldet sich nach einer längeren, sehr produktiven Pause überraschend mit einem neuen Werk zurück. „Gentlewoman“ heißt das Album mit seinen wundervollen 15 Songs, die sich nicht an die heute vermeintlich geltenden Regeln einer optimalen Streaming-Länge halten. Cleo Sol macht ihr eigenes Ding und bleibt ihrem Rhythmus treu, ganz egal, welche Standards die Branche vorgibt.
The Womack Sisters
Artist: The Womack Sisters
Label: Daptone Records
Drei Stimmen, elf Songs und ein Familienname, der in der Soulgeschichte einiges an Einfluss mitbringt. Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum stellen sich The Womack Sisters trotzdem ganz bewusst selbst vor. BG, Zeimani und Kucha sind die Töchter von Cecil und Linda Womack, bekannt als Womack & Womack, Enkelinnen von Sam Cooke und Nichten von Bobby Womack. Musik war für sie von klein auf eine Leidenschaft, die man auch als Beruf wählen kann. Schon als Kinder standen sie mit ihren Eltern auf Bühnen und sangen im Studio.
Sunshine
Artist: Jungle
Label: Caiola Records
Es gibt Bands, die mit jedem Album alles neu machen wollen. Und es gibt Jungle. Das britische Trio, bestehend aus Josh Lloyd-Watson, Tom McFarland und Lydia Kitto, verfolgt seit Jahren einen anderen Weg: Es verfeinert seinen unverwechselbaren Mix aus Soul, Disco, Funk und elektronischem Pop. Mit „Sunshine“, dem fünften Studioalbum, gelingt das überzeugender denn je.
Chilling Effect
Artist: Dead Horse Beats
Label: Wonderwheel Recordings
Patrick Wade gehört zu jenen Musikern, die lieber an ihrem Sound arbeiten als an ihrer Sichtbarkeit. Der Produzent aus Toronto komponiert unter anderem für Filmproduktionen und das Royal Winnipeg Ballet. Mit seinem Soloprojekt Dead Horse Beats veröffentlicht er hingegen nur in größeren Abständen neue Musik. Und nun sein Album „Chilling Effect“.
Costa Sud
Artist: Banda Maje
Label: Four Files Records
Manche Alben riechen förmlich nach heißem Asphalt, Meersalz und einem langen Sommerabend. „Costa Sud“, das neue Album von Banda Maje, ist genau so eines. Fünf Jahre nach ihrem gefeierten Debüt „Ufo Bar“ kehrt die Band aus Süditalien mit einem Sound zurück, der irgendwo zwischen Cinecittà, Funkclub und Mittelmeerurlaub zuhause ist.
Rolidei
Artist: Silva
Label: Som Livre
Mit "Rolidei" präsentiert der brasilianische Singer-Songwriter Silva sein mittlerweile siebtes Studioalbum, und vielleicht sein sonnigstes. Der Titel steht für Leichtigkeit, Wärme und das bewusste Genießen des Moments. Silva beschreibt das Album selbst als Soundtrack für die hellen Tage des Lebens, aber auch als Begleiter durch schwierigere Zeiten.
Naturally
Artist: Nectar Woode
Label: Since 93 / Sony Music Entertainment UK
Nach einer Reihe gefeierter Singles und ersten internationalen Erfolgen wirkt Naturally wie genau der richtige nächste Schritt für Nectar Woode. Kein Album, das beeindrucken will, sondern eines, das sich ganz selbstverständlich entfaltet. Offiziell ist "Naturally" ein Mixtape. Beim Hören spielt diese Unterscheidung allerdings kaum eine Rolle. Mit viel Soul, feinen Jazzfarben und einer Stimme, die nie mehr sagt als nötig, greifen die neun Songs ganz selbstverständlich ineinander.
A Little Vengeance
Artist: Jessie Reyez
Label: FMLY / Island Records / UMG Recordings
Bei Jessie Reyez war Liebe nie nur romantisch. Sie kann wunderschön sein, aber auch chaotisch, schmerzhaft und manchmal ziemlich wütend. Genau dort setzt ihr neues Album „A Little Vengeance“ an. Der Titel bedeutet so viel wie „Ein bisschen Rache“ und geht auf ein Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche zurück: Ein bisschen Rache sei menschlicher als gar keine.

