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„MUTTER IST NACH DEM LOCKDOWN GEILER GEWORDEN“

#045 | feat. Gerald vdH

Der Jahresrückblick mit dem Dj, Produzenten und Promoter Gerald Wenschitz aka Gerald vdH. Rudi Wrany bespricht mit ihm das komplizierte Jahr 2021, ein launiger Dialog über ein Jahr das (fast) zum Vergessen war.

CLUB KULTUR | Folge #045 | DER ARTIKEL ZUM PODCAST

"Mutter ist nach dem Lockdown geiler geworden"

Wien, 23. Dezember 2021

KEINE LICHTBLICKE
Feiern zu Silvester sind also nun auch wieder abgesagt, zumindest im Restaurant. Inmitten der Texterstellung platzte die Nachricht, dass nun auch am 31.12. alle Lokale um 22 Uhr schließen müssen herein. Ich bin an sich fast immer auf der Seite Michael Ludwigs, aber er findet, es sei "zynisch", sich nicht gegen Omikron mit allen Mitteln zu wehren, sondern wählt lieber wieder zusperren, zusperren, zusperren. Selbst ich war überrascht von Komplexitätsforscher Peter Klimeks Vorstoß, der sinngemäß meinte, man solle nun "durchtauchen". Ich denke, er könnte recht haben, denn in anderen Staaten lebt es sich längst "normaler" und nicht in permanenter Angst vor der nächsten und wieder der nächsten und nochmal einer neuen Variante. Ob ständige Lockdowns das Allheilmittel sind, wird sich weisen. Doch offenbar gilt in Europa das Vorsichtsprinzip und man will vom eingeschlagenen Weg nicht abweichen. Zukunftsaussicht? Eine Wand...

VIELE RÜCKBLICKE
bieten wir in unserem - zum zweiten Mal - im Duett geführten letzten Podcast 2021. Doch es sind eigentlich nur fünf „spannende“ Monate, der Rest war irgendwo zwischen Lockdown, Hoffnung, Bangen und Planen. Bis Mitte Mai lagen wir in der verlängerten Osterruhe, seit 20. November vergeht ohnehin kein Tag, an dem sich nicht eine Hiobsbotschaft mit der nächsten vermengt. Der Lockdown 2021/22 ist noch längst nicht vorbei und ebensowenig das diskursbefeuerte Thema Impfen. Dazwischen gelang immerhin von Juli bis November so etwas wie ein Normalbetrieb, während viele Veranstalter am Anfang noch etwas eingerostet wirkten.

STURM UND DRANG
herrschte im Hochsommer in den Clubs. Der Generationswechsel war immanent. Fast wirkte es so, als hätte sich das Publikum total ausgetauscht. Die Clubs durften sich nach langer Durststrecke die Hände reiben, die jungen Menschen stürmten die Läden. Man sah dies im Flex, Pratersauna, Forelle, oder bei der „berühmten Schlange“ vor dem Volksgarten. Letztere poppt übrigens ständig auf, wenn von Nachtgastronomie und Clubkultur gesprochen wird, fast so, als wäre es ein Product Placement. Das dezente V im Hintergrund und die strengen Securities die alles kontrollierten, was gerade Gültigkeit besass. Doch passierte dies auch tatsächlich überall? Anfangs gab es kaum Cluster, am Ende stiegen auch rund um die Clubs die Infektionszahlen. Dennoch behaupte ich, dass die Nachtgastronomie ein safer space sein könnte, wenn, ja wenn nicht immer wieder neue Variante auftauchen würde, die bestehende Konzepte ad absurdum führt.

VIEL NEUES
gab es dennoch zu bewundern in der kurzen Zeit des Hedonismus und Ausgelassenseins. Das Usus am Wasser mauserte sich zu einer der wenigen open Air Locations, die nicht ständig dem Terror des Niedrigvolumens und der lärmempfindlichen Nachbarn ausgesetzt war. Ende August wagte sich das neu umgebaute „O“ wieder aufs Parkett und änderte nichts am Konzept, welches man schon vor der Pandemie eingeschlagen hatte: Jeder Hochglanz Act, der gut und teuer ist wird gebucht, von Fisher bis Puple Disco Machine, von Marco Carola im Duett mit Joris Voorn bis Sven Väth. Es ist Wiens funktionable Hochglanzdisco mit viel finanziellem Background und Stehvermögen. Im Oktober kam das Exil in Vösendorf dazu, eine Venue im Wiener Speckgürtel mit keinen Anrainern und tollem Sound auf drei Floors. Kurz darauf folgte der Ponyhof im 15. Bezirk, als Bar/Club Konzept und zu guter letzt noch die ebenfalls rundumerneuerte Babenberger Passage, die das Trio am Ring wieder komplettierte. Und auch einen „Hidden Club“ gab es seit Ende Oktober auf der Mariahilfer Straße unter viel Mediengetöse. Auch der Club Pratersatraße änderte sein Geheimniskrämer Konzept des „Unter Sich Bleibens“ und stellte sich musikalisch und promotiontechnsich wieder breiter auf. Doch was gut begann, endete wieder einmal im Lockdown. Ausgang ungewiss...

ALTBEWÄHRTES
lief grandios. Die Forelle erlebte die besten fünf Monate seit ihrer Eröffnung. Es gab fast keinen Abend, der nicht ausverkauft war, auch das Werk, das Sass und die Pratersauna hatten anfangs einen Sommer wie damals. Letztere musste allerdings gegen Ende den Gegenwind des neuen Sounds spüren, der durch Wiens Clubs wehte. Jener von Wolfgang Sauters Pro Performance nämlich, der es mit seinem Know How innerhab kurzer Zeit schaffte, Wiens Venues (fast) flächendeckend von seinen Skills zu überzeugen. Jeder Club wirbt damit, den ultimativen Klang an seine Besucher weitergeben zu dürfen. Und im Dezember erreichte mich schlußendlich noch die freudige Nachricht, dass es nun auch aus den Pratersauna Boxen „voidet“. Mehr dazu im neuen Jahr.

...UND DIE MUSIK?
Es ist schwer, wirklich bahnbrechendes heraus zu filtern. Viele Produzenten blieben auf der sicheren Seite, andere fanden, dass permanenter Output mehr Aufmerksamkeit generiert. Dazwischen wurde viel Altes aufgewärmt, Clubklassiker „verberghaint“ und auf 140 bpm aufgemotzt einer neuen Generation zum Abschütteln des Pandemie Frusts hingeworfen. „Techno“ ist nun teilweise unhörbarer Hardcore, der Rest ist „Business“. Die Top 20 der Welt verdienen mehr denn je, allerdings nicht mehr in Europa sondern in Dubai, Saudia Arabien oder Indien. Diese Märkte sind es auch, die die Gagen in schwindelerregende Höhen treiben. Dom Perignon wird’s freuen, denn fast alle Rider gleichen sich nun wie eineiige Zwillinge: Sprudel, Suite und Kokoswasser...

Gerald vdH
lässt sich von all dem nicht beirren, geht seit vielen Jahren seinen Weg. Musikalisch wie in seinem politischen Denken. Wir kennen uns lange, ich bewundere immer wieder, mit welchem Elan und Enthusiasmus der Mann an Dinge herangeht. Ja, manchmal gehen die Pferde mit ihm durch, dann fängt er sie halt wieder ein. Dispute scheut er ebensowenig wie ich. Aber er hat es geschafft, mit seinen - er selbst betont es - NICHT queeren Events, die wahrscheinlich treueste Gefolgschaft in Wiens Clubgeschichte aufzubauen, zumindest seit den goldenen Jahren von H.A.P.P.Y.

JAHRESRÜCKBLICK
gemeinsam haben wir uns durch das Jahr 2021 geplaudert, volley in die nächste Rue de la Kacke. Aber wir verlieren den Humor nicht, irgendwann wird es besser. Mehr hört Ihr, wenn Ihr hört.

Ich danke allen meinen Hörern und Hörerinnen für die Treue und verlose unter allen eine Kiste Rotwein meines Sideprojektes Weinrudi von „Neckenmarkt die Winzer“. Schreibt mir unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und sagt mir lediglich, ab welcher Minute das Interview mit Gerald begann. Unter den richitgen Antworten verlose ich die Weinbox und gebe die/den GewinnerIn bekannt. Happy New Year!

Die nächste Ausgabe gibt's in zwei Wochen am 06. Jänner 2022.

Rudis Kopf

 

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Im Gespräch mit Crazy Sonic:

GERALD VDH

gd  
Gerald vdH, Veranstalter, DJ, Musikproduzent
https://de-de.facebook.com/geraldvdh/
https://www.instagram.com/gerald_vdh/

CLUB KULTUR

MIT CRAZY SONIC

Was man in über 25 Jahren als DJ und Veranstalter in der Wiener Clubszene alles erlebt...? 

Als fixer Teil der legendären Veranstaltercrew des damaligen Kultclubs "Meierei" beim Wiener Stadtpark konnte sich der gebürtige Kärntner Rudi Wrany alias Crazy Sonic mit der Partyreihe "con:verse" 1999 zum ersten Mal in der Hauptstadt einen Namen machen. Unvergessene Feste!

In den 00-er Jahren holte er die Creme de la Creme der nationalen und internationalen House und Techno Szene ins Wiener Flex zu seiner langjährig-erfolgreichen, wöchentlichen Dienstagsreihe "CRAZY". Zuletzt schmiss er in der Grellen Forelle und der Pratersauna die extrem erfolgreichen Parties "Zuckerwatt", "Luft & Liebe", "Nachtschwimmer" oder "5 Uhr Tee".

Es gibt nur wenige bekannte DJs, die er noch nicht an die Turntables der Wiener Clubs geholt hat, kaum einen der noch nicht mit Rudi auf ein Glas Wein gegangen ist. So viel sei also verraten: Zu erzählen hat er einiges, der Rudi.

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