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screening room - the assistant

the assistant

Regie: Kitty Green

Die Mittzwanzigerin Jane hat vor Kurzem den heiß begehrten Job als Assistentin des CEO einer Filmproduktionsfirma ergattert. Doch statt des Sprungbretts zum Traumjob Produzentin entdeckt sie eine Welt, in der sie das kleinste Rad am Wagen ist, und Machtmissbrauch zum Alltag gehört. 

Es könnte genauso gut das Büro einer Versicherungsfirma sein, in dem Jane wie eine Maus still und unauffällig, aber gewissenhaft ihren Verrichtungen nachgeht. Nur wenn die Mitarbeiter der höheren Etagen an ihr vorbei ins Büro des allmächtigen Chefs eilen, und man Wortfetzen ihrer Gespräche aufschnappt, wird klar, dass es hier um eine jener Firmen geht, die den Stoff herstellen, aus dem die Träume sind.

Der Boss selbst dagegen ist nie zu sehen. Nur durch die Tür hört man ihn, wenn eine der vielen attraktiven Schauspielerinnen einen „Termin“ bei ihm hat. Oder er blafft ins Telefon, wenn Jane den Fehler gemacht hat, zu versuchen, seine Frau zu beschwichtigen.

Als ein blutjunges und unheimlich naives Mädchen plötzlich da steht, und als neue Mitarbeiterin vorgestellt wird, beschließt Jane, Meldung zu machen. Doch statt der Sache nachzugehen, werden ihre Vorwürfe ins Lächerliche gezogen. Jane steht also vor der Wahl: Karriere oder Gewissen.  

Im Februar kam mit „Bombshell“ der erste Film in die Kinos, der die MeToo-Bewegung ins Zentrum seiner Handlung gestellt hat. Die australische Regisseurin Kitty Green stellt in ihrem neuen Film „The Assistant“ weniger den Kampf gegen den Machtmissbrauch ins Zentrum, sondern das System, das ihn ermöglicht. Ein cleverer dramaturgischer Schachzug war es, den allmächtigen Boss gar nicht zu zeigen, und so auf die eigentliche Darstellung des Machtmissbrauchs zu verzichten. Voyeuristische Darstellungen zu dem Thema gebe es schließlich schon mehr als genug, wie Green im Interview erzählt hat.

Umso mehr zeigt sich die Hilflosigkeit ihrer Protagonistin Jane, die sich als kleinstes Rad am Wagen erlebt, die Zustände aber im Gegensatz zu ihren Kollegen noch nicht mit einem Schulterzucken hinnimmt. Der Film schaut nicht dorthin, wo Macht stattfindet, sondern wo Ohnmacht sich still und ratlos an die Hoffnung klammert, den Anschluss an die Macht nicht zu verlieren, und ist darum eine sehr spannende Analyse der Umstände, die ihren Missbrauch überhaupt erst ermöglichen. 

The Assistant. Ab 16.10. im Kino.                                                                              Johannes Rhomberg

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