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screening room - the great green wall

the great green wall

Regie: Fernando Mereilles

Das Migrationsthema hat in den letzten Jahren den politischen Diskurs in Europa beherrscht. Die EU-Kommission hat ihren Fokus unlängst noch mehr auf die Verhinderung von Immigration gelegt, und vergisst dabei, dass wohl niemand gerne eine Reise in fremdes Land auf sich nimmt, von der man nicht einmal weiß, ob man sie überlebt. Während also das Ziel, die Fluchtursachen zu bekämpfen nicht einmal mehr als Schlagwort vorkommt, gibt es in Afrika selbst durchaus Initiativen, die den Menschen vor Ort Perspektiven bieten wollen. Eine davon ist The Great Green Wall.

The Great Green Wall ist ein Projekt zur Wiederaufforstung der Sahelzone, das Millionen von Jobs schaffen und den Menschen Lebensgrundlagen ermöglichen soll. Die Sängerin und Aktivistin Inna Modja, die Superfly Hörern ja bereits bekannt ist, hat sich auf eine Reise gemacht, die sie vom Westen Afrikas in den Osten geführt hat. Auf ihr hat sie die Fortschritte des Projekts mit eigenen Augen gesehen und sich mit den Menschen, die davon profitieren unterhalten.

Die Idee zu der grünen Mauer stammt bereits von Thomas Sankara, einem Politiker und Sozialrevolutionär aus Burkina Faso, der seine Vision in den 1980-er Jahren formuliert hat. Nach seiner Ermordung ist auch diese Idee in Vergessenheit geraten, 2007 aber schließlich wurde mit der Umsetzung begonnen. 8 Milliarden Dollar, die vor allem aus der Entwicklungshilfe stammen, sind bisher investiert worden. Damit konnten jedoch erst 15 Prozent des gesamten Projekts umgesetzt werden. Die Verödung des Landes schreitet also in vielen Gegenden nach wie vor fort. Die Gegenwart heißt für viele junge Afrikaner darum „Barca ou Barzakh“, was soviel heißt wie Barcelona oder sterben.

Am eindrucksvollsten zu sehen, was für Möglichkeiten die Grüne Mauer bietet, ist Modjas Station in Äthopien. Das Land im Osten Afrikas, dessen Bild bei uns von der Hungerkatastrophe Mitte der 80-er Jahre geprägt ist, ist zu einem großen Teil ergrünt und erstrahlt in den fantastischen Bildern von Regisseur Fernando Mereilles.

Mereilles behandelt aber auch in hartem Kontrast dazu die Konsequenzen gescheiterter Fluchtversuche aus Afrika: Die alltägliche Folter und Ermordung der Flüchtlinge in Libyen, das Sterben auf der Route zu Fuß durch die Sahara.  

Inna Modja begegnet auf ihrer Reise auch Musikerkollegen, die wie sie an der gesellschaftlichen Entwicklung ihrer Heimat interessiert sind. Ihre Stimme dafür einzusetzen, dass die Menschen gehört werden, die keine haben, hat sie sich zur Aufgabe gemacht. Eine visuell beeindruckende Doku also, mit einer charismatischen Reiseführerin, über ein Projekt, das einen wesentlichen Beitrag dazu leisten könnte, dem Schlagwort von der Bekämpfung der Fluchtursachen einen konkreten Rahmen zu geben. 

The Great Green Wall. Ab 23.10. im Kino.                                                             Johannes Rhomberg

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