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after the wedding - screening room

after the wedding

Regie: Bart Freundlich

Isabel arbeitet in einem indischen Waisenhaus, das finanziell unterversorgt ist. Da stellt die New Yorker Geschäftsfrau Theresa eine erkleckliche Spende in Aussicht. Einzige Bedingung: Isabel muss persönlich in New York erscheinen, um die Spende in Empfang zu nehmen. Dort angekommen muss sie bald feststellen, dass die Spende nur ein Vorwand war, um sie nach New York zu locken.

Die Spenderin Theresa ist eine Frau die alles unter Kontrolle hat. Mit ihrer Firma hat sie es zu enormem Wohlstand gebracht, gleichzeitig ist sie aber auch ein ausgesprochener Familienmensch. Das Interesse an Isabels Waisenhaus scheint sich allerdings in Grenzen zu halten, wie sie bei ihrem ersten Treffen feststellen muss.

Weil die Hochzeit von Theresas Tochter Grace bevorsteht, wird die Abwicklung der Spende schließlich verschoben, und Isabel stattdessen auf die Hochzeit eingeladen. Dort fällt sie aus allen Wolken, als sie erkennt, dass sie mit Theresas Mann Oscar eine gemeinsame Vergangenheit hat. Und bald wird ihr klar, dass diese Vergangenheit bis in die Gegenwart reicht.  

Vorbehalte gegenüber Filmen, die ein Remake für das amerikanische Kino über sich ergehen lassen müssen, sind so natürlich wie die Jahreszeiten, schlag nach bei Stieg Larssons Millennium-Trilogie oder dem französischen Komödienhit „Ziemlich beste Freunde“.  So gesehen trägt „After the Wedding“ etwas zum Klimawandel bei, obwohl das Original ja Einiges vorgelegt hat. 2007 war es nämlich für den Auslands-Oscar nominiert. Auf dem Regie-Sessel Platz genommen hat damals die Dänin Susanne Bier, der Regisseur der Neuverfilmung heißt Bart Freundlich, der für seine Version die Geschlechterrollen kurzerhand vertauscht hat.

Julianne Moore und Michelle Williams spielen die beiden Protagonistinnen und von ihren großartigen Performances lebt der Film. Die subtilen Rollengestaltungen der beiden Ausnahmeschauspielerinnen tragen eine Geschichte auf sicheren Händen, die unter anderen Umständen auch zum Rührstück verkommen hätte können. So aber darf man das US-Remake guten Gewissens als gelungen bezeichnen. 

After the Wedding. Ab 25.10. im Kino.                                                            Johannes Rhomberg

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