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paranza - screening room

paranza

Regie: Claudio Giovannesi

In Neapel ist die Mafia allgegenwärtig. Für den 15-jährigen Nicola und seine Clique bedeutet für sie zu arbeiten, die einzige Chance auf sozialen Aufstieg. Als die Bosse eingelocht werden, sieht Nicola die Möglichkeit für den Durchbruch gekommen. Gemeinsam mit seinen Freunden will er das Viertel übernehmen. 

Nicola lebt in bescheidenen Verhältnissen. Seine Mutter betreibt eine kleine Kleiderreinigung. Wie alle anderen im Viertel vom Gemüsehändler bis zum Restaurantbesitzer muss auch sie Schutzgeld an die Mafia zahlen, ob sie etwas einnimmt oder nicht. 

In einem Umfeld, in dem Kriminalität zur Tagesordnung gehört, ist es für Nicola und seine Freunde keine große Überwindung, selbst eines Tages einen Raubüberfall zu begehen. Doch das Schutzgeld wird ja nicht umsonst bezahlt. Von der Polizei kommt zwar keine Hilfe, aber die Mafia spürt die Gang rasch auf. Die zynische Chance auf Rehabilitation heißt Marihuana verkaufen. Und bald wandern die teuren Markenklamotten über den Ladentisch, die die Jungs vorher nur bestaunt haben, im Club fließt der Schampus und mit den Frauen klappt es jetzt auch wesentlich besser.

Als dann aber die örtliche Führungsriege der Mafia verhaftet wird, sieht Nicola seine Chance gekommen, das ganze Viertel zu übernehmen. Und schlägt damit einen Weg ein, von dem es kein Zurück gibt.

Der undercover lebende Autor Roberto Saviano ist seit seinem 2006 erschienenen Buch „Gomorrha“ so etwas wie der Schrecken der Mafia. Genau zehn Jahre später -2016- ist seine Romanvorlage zu „Paranza – Der Clan der Kinder“ erschienen. Ausgangspunkt war der reale, kurze Aufstieg eines Fünfzehnjährigen zum örtlichen Mafia-Boss, in der traditionell mafia-geplagten Stadt Neapel.

Das Drehbuch hat Saviano gemeinsam mit Regisseur Claudio Giovannesi verfasst. Der hat seine jugendlichen Darsteller alle auch in Neapel gecastet. Vor den neun Wochen dauernden Dreharbeiten hat keiner von ihnen das Drehbuch zu Gesicht bekommen. Gedreht wurde dann in chronologischer Reihenfolge, damit die Schauspieler die Erfahrungen der Figuren Tag für Tag so direkt wie möglich erleben konnten. Die Konsequenz daraus ist, dass schauspielerische Verdichtung selten stattfindet. Das stört aber nicht, weil die Verdichtung durch die Entwicklung der Story entsteht. Das Resultat ist eine starke Mischung aus Hang-Out-Movie und Gangster-Film, für das es bei der Berlinale den Silbernen Bären für das beste Drehbuch gab. 

Paranza – Der Clan der Kinder. Ab 30.8. im Kino.                                                         Johannes Rhomberg

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