Alma ist fasziniert von einer Theateraufführung, die Kokoschka inszeniert. Bei der geht es nicht wie damals üblich um die Auslotung der bürgerlichen Gemütsverfassung, sondern um das Animalische im Menschen. Um das zu veranschaulichen, ist nicht nur für damalige Verhältnisse viel nackte Haut zu sehen, sondern es geht auch noch prompt das Bühnenbild in Flammen auf.
Als Alma sich von Kokoschka portraitieren lässt, kommen die beiden sich rasch näher. Doch nach dem leidenschaftlichen Beginn stehen Alma und Oskar bald vor einem Problem: mit ihren Ambitionen kann er schlecht umgehen, außerdem ist er besitzergreifend und eifersüchtig. Weil sie partout nicht zurückstecken will, wird das Verhältnis immer komplizierter und führt die beiden bis an ihre Grenzen.
Nachdem sich Regisseur Dieter Berner und Hilde Berger 2015 mit ihrem Film über Egon Schiele schon einmal der Künstlerszene des Wiener Fin-de-Siecle angenähert haben, wollten sie auch für ihr neues Werk aus dieser reichhaltigen Quelle schöpfen. Die Amour Fou zwischen Alma Mahler und Oskar Kokoschka bietet dafür so ausgiebig Material, dass es sicher keine leichte Aufgabe gewesen ist, den dramaturgischen Faden gespannt zu halten. In den opulenten Bildern überzeugen Emily Cox und Valentin Postlmayr in den Titelrollen.
Alma und Oskar. Ab 7.7. im Kino. Johannes Rhomberg