Zwar ist sie rasch davon überzeugt, dass der Verkauf eine lukrative Sache ist, aber als Geschäftspartnerin ist sie ziemlich nervig. Denn in eine Ratenzahlung einwilligen geht gar nicht, und dass die potenziellen Käufer auch noch was an dem Baby auszusetzen haben, geht dann doch gegen den Stolz.
Während also das ungleiche Trio in einem klapprigen Kleinbus unterwegs ist, um die passenden Käufer zu finden, entdeckt man, dass die Kriminellen durchaus nicht böse sind, und auch So-Young ihre Gründe hat.
Was das Trio allerdings nicht entdeckt ist, dass sich schon längst die Polizei auf ihren Fersen befindet, um sie in flagranti zu erwischen. Die hat unterdessen auch mit einem Mord zu tun, in den So-Young verwickelt zu sein scheint. Als nach einem Zwischenstopp im Waisenhaus aus dem Trio unfreiwillig ein Quartett wird, scheint das Chaos komplett.
Der japanische Regisseur Hirokazu Kore-eda hat sich spätestens 2018 mit „Shoplifters“ einen internationalen Namen gemacht, mit dem er die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat. Sein neuer Film „Broker“ war letztes Jahr ebenfalls eingeladen, ohne das Rennen gemacht zu haben. Hauptdarsteller Song Kang-Ho konnte in Cannes aber den Preis als bester Schauspieler entgegennehmen. Ebenfalls bemerkenswert die Leistung der bislang in Südkorea als Popstar bekannten Lee Ji-eun. Sie verleiht der tiefschwarzen Komödie mit ihrer Figur eine zusätzliche emotionale Tiefe.
Broker. Ab 17.3. im Kino. Johannes Rhomberg