Da darf man im schnell wirbelnden Buchmarkt-Karussell auch schon mal auf einen Frühjahrstitel zurückgreifen, der einen nachhaltig begeistert, in diesem Fall ist das Asako Yuzukis Roman »Tokyo Girls Club«. Er handelt von der 30-jährigen Eriko, die einen kräftezehrenden Job in einer großen Firma innehat, keine Freundinnen hat, bei ihren Eltern lebt, und regelmäßig den Blog einer gewissen »Heilbutt« liest, das »Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau«.
Mit unheimlichen Stalking-Fähigkeiten spürt sie Heilbutt, die eigentlich Shoko heißt, auf und eine toxische Beziehung nimmt ihren Lauf. Der Roman ist eine hinreißend geschriebene Kritik an der japanischen Gesellschaft und trumpft mit fein gezeichneten Charakteren auf.
Asako Yuzuki
Tokyo Girls Club
Ü: Ursula Gräfe
Blumenbar, 383 S.


