Cal, der eigentlich John-Calum heißt, kehrt komplett pleite und widerwillig vom Kunststudium in der großen Stadt heim. Er muss: Denn sein strenger Vater braucht ihn zurück in der Einöde der schottischen Insel Harris. Dort züchtet er Schafe, webt und schaut auf Cals pfiffige Großmutter Ella, die doch offenbar auch ganz gut auf sich selbst schauen kann. Was Vater und Sohn sich jeweils verheimlichen, ist, dass sie beide homosexuell sind …
»John of John« ist das neue Buch des Booker Preisträgers Douglas Stuart, mit dem er nun erneut für den Preis nominiert ist. Der Roman ist verschmitzt, voller empathischer Beobachtungen und herrlich verschrobenen Figurenzeichnungen. Er beschreibt eine Welt, in der man vielleicht nicht selbst heimisch ist, sich aber sofort heimisch fühlt, er beschreibt diese Welt voller Schweigen mit wunderschönen Worten. Ein wahres Leseerlebnis, das man gerne in die Länge ziehen möchte, damit es nicht aufhört.
Douglas Stuart
John of John
Hanser Berlin, 560 S.


