In seinem Essayband »Ohne Respekt. Eine soziale Krise« betrachtet er unsere Gesellschaft im Hinblick auf ihr Miteinander und konstatiert ihr das, was wir vermutlich alle spüren: Die starke Vereinzelung durch den Neoliberalismus und die Digitalisierung, wachsendes Ressentiment und Neid gegenüber anderen.
Alles und auch wir sind zur Ware geworden, die propagierte Freiheit ist nur eine vermeintliche. Er entwirft den Respekt als Basis einer idealen wohlgeordneten Gesellschaft. Auch wenn hier vielleicht nicht die ultimative Lösung für diese »soziale Krise« geboten wird, so tut es gut, sie in klaren, knappen Sätzen auf den Punkt gebracht zu sehen.
Und natürlich, ob es das gibt, wovon Han hier träumt, und ob das alles nicht auch eine sehr privilegierte Sichtweise ist, ist eine andere Frage. Aber es sorgt für Verständnis, womit wir tagtäglich zu kämpfen haben.
Byung-Chul Han
Ohne Respekt. Eine soziale Krise
Matthes & Seitz, 94 S.


