Er hat vielleicht das ungewöhnlichste Buch geschrieben, das ich seit langem gelesen habe. Und das heißt was. Es ist irgendwo zwischen Pamphlet, Roman und Allegorie angesiedelt und rennt bei mir, die ich quasi täglich Fahrrad fahre, offene Türen ein. Gleichzeitig ist dieser Bewusstseinsstrom eines Essenslieferanten auf zwei Rädern in Prag so vieles mehr, es ist hochkritisch, hochpolitisch und voller Klassenbewusstsein, ein Zitat: „Für dich ist meine Zeit billig, mich kostet sie alles.“ Vielleicht kostet es auch ein bisschen Überwindung bzw. braucht Offenheit, sich durch diese aufrüttelnden, handlungsarmen Sätze zu kämpfen. Aber es lohnt.
Petr Šesták
Ausgebrannt Ü: Christina Frankenberg
parasitenpresse, 142 S.


