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„Stillstand gibt es keinen"

#159| feat. Benny Fleischhacker

Rudi Wrany spricht mit Benny Fleischhacker, Stammgast im Podcast und offenbar nicht gewillt, viele Sonntage auszulassen. Was kommt als Nächstes...vom Konzerthaus zur Hofburg?

CLUB KULTUR | Folge #159 | DER ARTIKEL ZUM PODCAST

„Stillstand gibt es keinen

Wien, 16. April 2026

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Denn die Reihe „Kein Sonntag ohne Techno“ wächst weiter. Nach Events am Cobenzl, auf Schlössern, in Brauereien, auf Booten und zuletzt sogar im Konzerthaus steht nun die nächste absurde, aber irgendwie konsequente Frage im Raum: Kommt als nächstes die Hofburg? In Wien scheint inzwischen jeder Ort, an dem sich normalerweise Menschen mit Sektglas und Kulturabo gegenseitig erklären, wie wichtig Gustav Mahler war, potenziell technofähig zu sein.

JEDER GEGEN JEDEN
Gleichzeitig wirkt die Szene gereizter denn je. Zwischen politischen Verwerfungen, Kriegen und allgemeiner sozialer Erschöpfung herrscht inzwischen ein Klima, in dem jeder gegen jeden arbeitet. Im Pop ebenso wie im Techno. Es trifft alle. Katy Perry ebenso wie Hector Oaks. Vorwürfe, Übergriffe und Geschichten aus einer oft weit zurückliegenden Vergangenheit kommen ans Licht und erschüttern die Unterhaltungswelt. Vieles davon war lange bekannt, wurde ignoriert, wegerklärt oder mit jener bemerkenswerten Mischung aus Feigheit und Opportunismus behandelt, die in kreativen Szenen traditionell als „kompliziert“ bezeichnet wird.

OSTERWOCHENENDE IN WIEN: DAS COLA-ROT DRAMA
Auch in Wien ging es am Osterwochenende bemerkenswert unerquicklich zu. Auslöser war die Ankündigung, dass das Kollektiv Cola Rot einen Floor in der Grelle Forelle hosten sollte. Hinter Cola Rot steht unter anderem Bitschu Batschu, einst enger Vertrauter von Cloud-Rapper Yung Hurn. Dessen Musik habe ich nie verstanden. Vermutlich fehlte mir die notwendige geistige Untergrenze. Aber die gegen ihn kursierenden Gerüchte und Vorwürfe waren in der Wiener Szene seit Jahren so präsent wie der erste Spritzer beim Empfang. Angeblich, mutmaßlich, natürlich unter Wahrung der Unschuldsvermutung. Die moderne Kulturindustrie liebt nichts mehr als ein Schweigen, das alle hören können. Zusätzlich wurde kolportiert, dass Yung Hurn am neu gegründeten Kollektiv Cola Rot beteiligt gewesen sein soll. Ebenso stand der Vorwurf des Täterschutzes im Raum.

Am Veranstaltungstag verbreiteten sich auf Instagram, insbesondere über den Account „isigoingtohell“, schwere Vorwürfe gegen das Kollektiv Cola Rot wegen Täterschutz, es folgten weitere Vorwürfe, auch gegen Künstler/innen des Tattu Tatta Kollektives, denen vorgehalten wurde, sie hätten diese Vorwürfe immer gewusst, aber sehr wohl vom Fame profitierte, der durch die Freundschaft mit Yung Hurn entstanden war. Alle reagierten mit Zurückweisungen. Einige Freundschaften dürften nun wohl zerbrochen sein. Wichtig ist: Diese Vorwürfe waren zum Zeitpunkt der Recherche nicht unabhängig überprüfbar. Social Media ist inzwischen das moderne Dorfwirtshaus. Aber man muss zweifelhafte Figuren, auch wenn die Unschuldsvermutung gilt, nicht noch auch supporten, sei es direkt oder indirekt. Direkte „Schuld“ hat auch Bitschu Batschu nicht, er hat die Dynamik der Situation wohl nur vollkommen falsch eingeschätzt.

Belegbar ist hingegen, dass die Grelle Forelle am Ostersonntag eine Stellungnahme veröffentlichte. Darin erklärte der Club, dass jenes Collective, das über einen externen Promoter für die Kitchen gebucht worden sei, mit „serious misconduct allegations“ konfrontiert worden sei. Das Hosting wurde daraufhin gestrichen und durch „Push“ Networks ersetzt. Ein Schritt, der notwendiger war das übliche „wir beobachten die Situation“. Diese Formulierung ist in der Clubszene inzwischen das, was „Gedanken und Gebete“ in der Politik sind: ein sehr eleganter Weg, nichts zu tun.

DAUERBAUSTELLE: ME-TOO DEBATTE IN DER DJ SZENE
Die Debatte um MeToo-Vorwürfe in der Techno-Szene bleibt damit eine Dauerbaustelle. Vor einiger Zeit wurden durch einen ehemaligen Mitarbeiter einer Booking-Agentur interne Informationen veröffentlicht, laut denen mehrere prominente Techno-DJs schwerwiegende Verfehlungen begangen haben sollen. Inzwischen sind weitere Namen hinzugekommen. Gleichzeitig stehen einige der betroffenen Künstler weiterhin auf Line-ups. Etwa Fantasm, der trotz der Vorwürfe weiterhin auf Festivals spielt, auch in Österreich. Viele Veranstalter argumentieren, man wolle zunächst abwarten, ob es konkrete rechtliche Schritte gibt. Das klingt vernünftig, ist aber oft nur die stilvollere Variante von: Wir hoffen, dass sich das Problem von selbst erledigt. Tut es nicht. Hat es noch nie. Probleme verschwinden selten dadurch, dass man sie zwischen Timetable und Getränkebons versteckt.

KEIN (SONN-)TAG OHNE TECHNO
Trotz aller Aufregung gibt es auch jene, die einfach weitermachen. Und niemand verkörpert das derzeit so sehr wie Benny Fleischhacker. Bootspartys. Schloss-Events. Cobenzl. Brauerei. Konzerthaus. Und nun bald Hofburg. Stillstand ist nicht seine Sache. Es gibt nur Fortschritt. Und die Marke „Kein Sonntag ohne Techno“ ist mittlerweile derart stark, dass längst auch Unternehmen erkannt haben, welchen Wert sie hat. Rückschläge gibt es selten: Salzburg etwa zeigte einmal mehr, dass dort repetitive Hochkultur offenbar hundertmal wichtiger ist als harmlose Tagesveranstaltungen. Das „Draußen“ im 23.Bezirk hingegen ist längst Geschichte. Sein Erfolg zeigt jedenfalls eines ganz klar auf: Techno will heute nicht mehr in dunklen Kellern versteckt werden. Er will auf Terrassen, in Prunksäle, in ehemalige Brauereien und historische Immobilien. Dies Mal ist Benny Fleischhacker zu Gast im Podcast.

Mehr hört Ihr, wenn Ihr hört. Und wie immer werden zweimal zwei Tickets verlost. Menschen lieben Gewinnspiele. Vermutlich, weil die Realität sonst so unerquicklich teuer geworden ist.

 

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Als fixer Teil der legendären Veranstaltercrew des damaligen Kultclubs "Meierei" beim Wiener Stadtpark konnte sich der gebürtige Kärntner Rudi Wrany alias Crazy Sonic mit der Partyreihe "con:verse" 1999 zum ersten Mal in der Hauptstadt einen Namen machen. In den 2000er Jahren lockte er die Crème de la Crème der nationalen und internationalen Techno-Szene ins Wiener Flex zu seiner wöchentlichen Dienstagsreihe "CRAZY". "Zuckerwatt", "Luft & Liebe", "Nachtschwimmer" oder "5 Uhr Tee“ - Crazy Sonic hat sie alle miterlebt und gestaltet. Es gibt nur wenige bekannte DJs, die er noch nicht an die Turntables der Wiener Clubs geholt hat, kaum einen der noch nicht mit Rudi auf ein Glas Wein gegangen ist.

Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, um die Menschen dahinter kennenzulernen. Von aufstrebenden Talenten bis zu etablierten Größen – sie alle haben ihre Geschichten und ihre Visionen für die Zukunft der Clubkultur.

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