CLUB KULTUR | Folge #154 | DER ARTIKEL ZUM PODCAST
„Vielleicht waren wir früher zu streng an der Tür!“
Wien, 05. Februar 2026
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SCHUTT UND ASCHE
Wer diese Woche auch nur halbwegs Medien konsumiert hat, kam nicht daran vorbei: In der Pratersauna wurde Vandalismus in Premium-Ausführung betrieben. Der Schaden? Angeblich sechsstellig. Im Hintergrund wird ermittelt, vorne brodelt die Gerüchteküche wie immer schneller als jede Staatsanwaltschaft. Wer hat so viel Interesse - und offenbar auch Zeit -, Möbel hinauszuwerfen, den Pool mit Müll zu füllen, Scheiben und Türen zu zerlegen? Ob wir das je erfahren, ist fraglich. Sicher ist nur: Der Prater liefert wieder einmal Stoff für einen Clubkrimi. Martin Ho dürfte sein Büro dort inzwischen ebenfalls geräumt haben. Best Friends werden einige Beteiligte eher nicht mehr. Ob dort je wieder ein Club einzieht, darf man bezweifeln. Wahrscheinlich will das auch niemand mehr. Viele Medien versuchten Einblicke und Interviews zu bekommen, vor allem mit dem letzten Betreiber. Der verweist auf laufende Verfahren und sagt nichts. Verständlich. Aber wer weiß - vielleicht gelingt es mir ja doch noch, Sebastian irgendwann vor ein Mikro zu bekommen.
CLUBKULTUR, WOHIN?
Im Windschatten dieser Ereignisse stellten Medien wie Der Standard die Frage: Wie steht es eigentlich um Wiens Clubkultur? Kurzfassung: Die Spielräume werden enger. Ja, die Spittelau lebt. Ja, es gibt kleine Biotope wie Kramladen oder Lucia. Aber mehrere große Player sind de facto weg. Das Flex, einst Aushängeschild der Stadt, pendelt zwischen fremdvermieteten Konzerten und Drum-&-Bass-Abenden. Die Sauna ist zu. Die VCC sieht das naturgemäß weniger dramatisch, verweist auf Kollektive, Aktivitäten und bewirbt wieder einmal die Free Spaces unter der Brücke. Nett. Wirklich. Nur: Wenn es um nachhaltige Clubförderung geht, hilft Romantik allein wenig. Wien hat abgebaut. Punkt. Gründe gibt es genug, von Bürokratie bis Missmanagement. Den Rest erledigt zuverlässig die Gegenwart.
BIG FISH AM RING
Marktkonzentration hat eine logische Folge: Die Szene rückt zusammen, und einzelne Player werden größer. Ein Club hat sich in den letzten zwei Jahren besonders bemüht, sehr große und sehr teure Namen nach Wien zu holen. Acts, die man sich anderswo kaum mehr leisten kann. Von Peggy Gou bis Carl Cox, von I Hate Models bis Charlie Sparks, von Amelie Lens bis Elderbrook: Die „Signal“-Reihe, freitags im O Klub, fährt Namen auf, über die gesprochen wird. Nicht automatisch Tischverkaufs-Weltmeister, sondern programmatisch relevant. Man kann es mögen oder nicht, man kann es zu posh finden oder auch nicht, wenn man diese Acts hierzulande sehen will, gibt es kaum Alternativen. Weil größer immer geht, bespielt man nun auch mehrmals im Jahr die Eventpyramide Vösendorf. „Signal“ in groß. Den Anfang machte im November Charlotte de Witte. Es folgt ein Doppelschlag am 13. und 14. März mit Sara Landry und Nico Moreno, sowie Artbat und ARGY tags darauf.
Und weiter geht’s: Am 24.4. kommt erstmals seit dem Megahype &ME in den alten Partytempel am Stadtrand. Fun Fact für Nerds: Der hat vor Urzeiten, 2015, gemeinsam mit Mynt im Flex gespielt. Erinnern sich nur mehr sehr wenige. Im Herbst steht schon der nächste Doppelschlag an. Das muss man auch erst einmal stemmen, zumal die Pyramide ja auch schon bessere Zeiten gesehen hatte. Aber die schienen nun wieder anzubrechen.
Mit dem O bin ich nicht immer zimperlich umgegangen. Umso bemerkenswerter, dass Daniel Ellies trotzdem zu uns kommt. Kritische Fragen inklusive. Er ist seit Horst-Zeiten in der Group dabei - die ja eigentlich keine mehr ist. Und er hat zwei VIP-Tickets für das nächste Signal mitgebracht. Dafür müsst ihr nur eine Frage beantworten…Aber, wie immer gilt: Mehr hört Ihr, wenn Ihr hört!

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