"Think (About It)“" ist eigentlich ein klassischer James-Brown-Song: pure Funk, politisch, voller Energie. Ein Song über Selbstachtung, darüber, nachzudenken, bevor man handelt. Kein großer Radiohit, keine Charts-Revolution. Doch dann passiert etwas, fast beiläufig. Mitten im Song hört man ein: „Yeah!“ und gleich danach ein „Woo!“. Zwei Ausrufe, keine Sekunde lang, nicht geplant, nicht inszeniert. Ein spontaner Moment zwischen Sängerin und Band - in diesem Fall zwischen Lyn Collins, den Backgroundstimmen von James Brown und Bobby Byrd sowie Schlagzeuger Jabo Starks.
Damals bemerkt es kaum jemand bewusst. Aber die Zeit vergisst ihn nicht. Jahre später, Anfang der 1980er in der Bronx, New York: DJs durchforsten Plattenkisten, auf der Suche nach Breaks, nach Momenten, die man auseinandernehmen kann. Und irgendwo zwischen Soul, Funk und Staub liegt diese Platte: Lyn Collins’ „Think (About It)“, erschienen auf James Browns Label People. Knapp 4.200 Mal wurde diese Passage gesampelt, mal mit, mal ohne das legendäre „Yeah“ und „Woo“. Den Anfang machte das englische Hip-Hop-Duo Cookie Crew im Jahr 1987 mit ihrem Stück „Females (Get On Up)“. Im selben Jahr griffen auch Spoonie G, Grandmaster Flash und Kool Moe Dee auf die Passage zurück. Den ersten größeren Hit erzielten dann 1988 Rob Base & DJ E-Z Rock mit ihrem legendären Song „It Takes Two“. Wer hätte sich 1972 träumen lassen, dass eine spontane Idee bei den Aufnahmen zu „Think (About It)“ so nachhaltig sein würde? Ein echter Geniestreich.

