Bevor Leon Bridges zum Soul-Star wurde, war er Tänzer. An der Uni beschäftigt sich Bridges zunächst mit Tanz, von Hip-Hop über Ballett bis Jazz. Dann kommt die Gitarre dazu. Ein paar einfache Akkorde, eigene Texte und irgendwann die ersten Open-Mic-Abende. Damals nennt er sich noch „Lost Child“. 2010 schmeißt Bridges das College, um seine Mutter zu unterstützen. Er arbeitet als Service-Kraft in Restaurants und spielt nebenbei weiter seine Songs. Einer davon heißt „River“. Ein anderer, „Lisa Sawyer“, ist seiner Mutter gewidmet und wird zum frühen Schlüssel für seinen Sound.
Dann geht plötzlich alles schnell: Austin Jenkins und Joshua Block von White Denim hören Bridges, produzieren mit ihm erste Aufnahmen auf Vintage-Equipment und 2014 landet „Coming Home“ auf SoundCloud. Kurz darauf Columbia Records. Der Rest klingt fast zu perfekt: Debütalbum, Grammy-Nominierung, Auftritte bei SNL und im Weißen Haus. Doch Bridges bleibt nicht im Retro-Soul stehen. Und genau da liegt vielleicht sein größtes Talent: Leon Bridges bewahrt seine Wurzeln, ohne darin stecken zu bleiben.
Sammy Lorenz für Radio Superfly

