Gegründet wurde das Kollektiv 2004 vom Bassisten Michael League, damals als Studentenprojekt in Texas. Mehr als zwanzig Jahre später gehören fünf Grammys und unzählige Musikerinnen und Musiker zur Geschichte von Snarky Puppy. Die Besetzung verändert sich ständig, doch genau das macht ihren Sound lebendig. Jede Person bringt ihre eigene musikalische Sprache mit. Und eigentlich beginnt Snarky Puppy sowieso erst auf der Bühne.
Ihre Alben entstehen oft live, gemeinsam mit Publikum im Raum. Nicht, weil das spektakulärer aussieht, sondern weil genau dort ihre Musik entsteht. Im Moment. Ohne doppelten Boden. Michael League nennt Live-Musik die ehrlichste Form des Musizierens. Man hört, wie Musiker einander zuhören, reagieren und Ideen weiterspinnen. Fast so, als würde ein Gespräch stattfinden, nur eben ohne Worte.
Deshalb gleicht auch kein Konzert dem anderen und manchmal entstehen auf der Bühne Momente, die nie wieder genau so passieren werden. Genau das macht den Zauber von Snarky Puppy aus: Man hat nie das Gefühl, einer perfekten Kopie eines Albums zuzuhören. Sondern etwas Einmaligem beizuwohnen. Vielleicht ist Snarky Puppy deshalb bis heute kaum in ein Genre einzuordnen. Und vielleicht wollen sie das auch gar nicht. Statt sich musikalisch festzulegen, bleiben sie lieber in Bewegung.
Wer erleben möchte, wie sich das anhört, hat diesen Sonntag Gelegenheit dazu. Snarky Puppy spielen am 12. Juli beim Arena Open Air in Wien. Und wenn alles nach Plan läuft, wird dort genau das passieren, was ihre Musik seit über zwanzig Jahren ausmacht: Dass etwas entsteht, das sich nicht planen lässt.

