Der Komponist war der junge brasilianische Musiker Marcos Valle. Er war gerade Anfang zwanzig und gehörte zur zweiten Generation der Bossa-Nova-Bewegung. Gemeinsam mit seinem Bruder Paulo Sérgio Valle schrieb er diesen unsterblichen Klassiker. „Summer Samba“ entstand in der goldenen Zeit der Bossa Nova, diesem fast magischen Genre, das die Rhythmen des Samba mit den harmonischen Farben des Jazz verband. Dieser Sound wurde weltweit als Inbegriff brasilianischer Coolness gesehen.
Als Marcos Valle das Lied schrieb, war Brasilien kulturell in einer unglaublich kreativen Phase. Künstler wie Antônio Carlos Jobim und João Gilberto hatten die Bossa Nova bereits berühmt gemacht. Valle brachte eine jüngere, frische Perspektive hinein, und „Samba de Verão“ wurde sein großer Wurf. Zunächst erschien das Lied auf Portugiesisch. Doch dann bekam es englische Lyrics von Norman Gimbel, demselben Texter, der auch englische Fassungen anderer Bossa-Nova-Klassiker schrieb. So wurde aus „Samba de Verão“ das international bekannte „So Nice (Summer Samba)“.
Den entscheidenden Schub erhielt das Stück durch den brasilianischen Organisten Walter Wanderley. Seine Version von 1966 wurde in den USA ein großer Erfolg und brachte den entspannten Rio-Sound direkt in amerikanische Wohnzimmer. Manche Kritiker gingen sogar so weit zu sagen, Wanderleys Aufnahme sei eine ebenso prägende Bossa-Nova-Hymne wie „The Girl from Ipanema“.
Was danach geschah, ist bemerkenswert: „Summer Samba“ entwickelte sich zu einem echten Standard. Mehr als 180 Künstler nahmen ihre eigene Version auf. Jazzmusiker, Popsänger, Lounge-Bands und Bossa-Nova-Interpreten griffen immer wieder auf diese Melodie zurück. Mehr als 60 Jahre nach seiner Entstehung wirkt „Summer Samba“ immer noch wie eine Postkarte aus einem Rio, das vielleicht nie ganz verschwunden ist: jung, sommerlich und voller Musik. Und jedes Mal, wenn die ersten Takte erklingen, scheint der Sommer für drei Minuten zurückzukehren.

