Der brasilianische Sänger, Songwriter und Produzent gehört seit Jahren zu den spannendsten Stimmen der modernen Música Popular Brasileira. Seine Musik verbindet Soul, Funk, Bossa Nova und Pop mit einer Leichtigkeit, die einen sofort in einen mentalen Urlaub befördert. Mal klingt sie nach einer lauen Nacht am Meer, mal nach einer Autofahrt mit geöffneten Fenstern, immer aber nach Brasilien. „Sudamérica“ stammt von Silvas aktuellem Album "Rolidei". Der Titel wirkt zunächst ungewöhnlich, ist aber eine charmante brasilianische Schreibweise des englischen Wortes „Holiday“. Genau darum dreht sich das ganze Album, und eben auch dieser Song. Nicht um den klassischen Urlaub mit Koffer und Hotel, sondern um dieses Gefühl, wenn der Alltag plötzlich langsamer wird. Wenn man barfuß durch den Sand läuft, der Wind durchs offene Fenster zieht und die Zeit für einen Moment keine Rolle mehr spielt. Silva ließ sich dafür unter anderem von der Musiklegende João Donato inspirieren und wollte genau diese Atmosphäre von Meeresbrise und in-der-Hängematte-liegen musikalisch einfangen.
„Sudamérica“ ist dabei wie eine kleine Reise über den Kontinent. Warme Percussion, fließende Gitarren und sanfte Grooves verbinden sich zu einem Sound, der nie laut werden muss, um mitzureißen. Statt großer Gesten lebt der Song von seiner Gelassenheit und lädt dazu ein, einfach loszulassen und sich treiben zu lassen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum „Sudamérica“ für mich ein Sommersong ist. Er erinnert daran, dass Sommer nicht nur eine Jahreszeit ist. Sommer ist ein Tempo, eine Stimmung, ein tiefes Durchatmen. Und manchmal reichen dreieinhalb Minuten Musik, um genau dort anzukommen.
Sammy Lorenz für Radio Superfly.

