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screening room - il traditore

il traditore

Regie: Marco Bellocchio

Zu Beginn der 80-er Jahre ist Italien von den Machtkämpfen der Mafia tief zerrüttet. Doch dann wird mit Tommaso Buscetta einer der führenden Köpfe der Cosa Nostra in Brasilien festgenommen und an Italien ausgeliefert. Er entschließt sich, auszupacken und ermöglicht so den Maxi-Prozess von Palermo, der zu einer wesentlichen Schwächung der Cosa Nostra führt.

Zum Zeitpunkt von Buscettas Auslieferung ist der Machtkampf zwischen den Clans der Cosa Nostra in vollem Gange. Der Boss der Corleonesi -Toto Riina- ist bekannt für die unfassbare Brutalität, mit der er diesen Krieg führt. Auch Buscettas älteste Söhne zählen zu seinen Opfern. Nicht zuletzt darum kann Richter Giovanni Falcone ihn davon überzeugen, auszusagen. Für Buscetta ist diese Entscheidung keine leichte, nicht nur weil er von da an in das Zeugenschutzprogramm muss, sondern auch weil er von nun an überall als Verräter gilt.

Buscettas Aussagen ermöglichen die Verhaftung von hunderten Mitgliedern der Cosa Nostra. Toto Riina jedoch bleibt vorerst flüchtig. Erst als 1992 sogar Richter Falcone dem Terror Riinas zum Opfer fällt, wird dieser schließlich verhaftet.  

„Il Traditore“ – also der Verräter -  heißt die akribische Aufarbeitung des Kampfs gegen die Mafia von Regisseur Marco Bellocchio, in deren Zentrum er die Geschichte des Kronzeugen Tommaso Buscetta stellt. Ähnlich wie zuletzt Martin Scorseses „The Irishman“ ist sein Film weit davon entfernt, das Mafia-Milieu zu glorifizieren, das sich selbst ja gerne als ehrenhaft darstellt. Vielmehr wirken die Mafiosi hinter Gittern im Gerichtssaal wie eingesperrte Tiere, ohne jeglichen Rest von Zivilisiertheit.

Trotzdem war es für den Kronzeugen Tommaso Buscetta nicht einfach, sich für die Kooperation mit der Justiz zu entscheiden, meinte Regisseur Bellocchio dazu im Vorfeld. "Als Verräter bezeichnet zu werden, war für Buscetta nicht nur schmerzhaft, weil das von seinen schlimmsten Feinden kam, sondern auch weil in der öffentlichen Wahrnehmung -zumindest in der Siziliens- das Zusammenarbeiten mit dem Staat, mit den Richtern als verachtenswert galt. Und tatsächlich war es in dieser Zeit eine Beleidigung, wenn man jemanden Buscetta nannte. Zum Glück hat sich das mit diesen Prozessen geändert, und heute gibt es in der gesamten italienischen Öffentlichkeit eine breite front gegen die Mafia."  

Bellocchios Film fehlt stellenweise ein wenig die Verdichtung und wirkt dadurch manchmal etwas träge, ist aber nichtsdestotrotz ein spannendes und gut gespieltes Stück italienischer Zeitgeschichte. 

Il Traditore. Ab 14.8. im Kino.                                                                             Johannes Rhomberg 

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