In "What Ever Happened To Baby Jane" spielen sie zwei Schwestern, die einst im Rampenlicht standen und inzwischen in einer düsteren Villa gemeinsam ihrem eigenen Verfall beiwohnen. Die eine, Blanche, sitzt im Rollstuhl. Die andere, Jane, klammert sich mit groteskem Make-up und erschreckender Verbissenheit an ihre Vergangenheit als Kinderstar. Was die beiden verbindet, hat mit Geschwisterliebe längst nicht mehr viel zu tun. Eher mit Schuld, Abhängigkeit und der Frage, wie grausam Menschen werden können, wenn ihnen nichts geblieben ist außer ihren Erinnerungen.
Dass Davis und Crawford auch abseits der Kamera ein schwieriges Verhältnis nachgesagt wurde, verlieh dem Ganzen eine zusätzliche Ebene. Plötzlich sah das Publikum nicht nur zwei Schauspielerinnen, die einander das Leben zur Hölle machen, sondern glaubte, hinter die Kulissen zu blicken. Ein ziemlich raffinierter Schachzug.
Überhaupt war Aldrich ein Meister darin, dem Unterhaltungskino seine eigenen Widersprüche vorzuhalten. Seine Filme waren kommerziell erfolgreich, oft unbequem und selten an einfachen Antworten interessiert. Die Viennale widmet ihm heuer eine umfangreiche Retrospektive, die seine Arbeiten nahezu vollständig und teilweise in seltenen Filmkopien versammelt.
TERMINE
- Mittwoch, 28. Oktober 2026 | 21:00 Uhr | Filmmuseum, Wien | OF
- Samstag, 21. November 2026 | 18:00 Uhr | Filmmuseum, Wien | OF
Unser Superfly Fokus Film der Viennale 2026. Denn manche Filme altern nicht. Sie werden mit den Jahren nur noch interessanter.

