Die Wurzeln der Pride-Bewegung liegen in New York. Im Juni 1969 wehrten sich Gäste des Stonewall Inn gegen wiederholte Polizeirazzien. Die sogenannten Stonewall- Aufstände wurden zu einem Wendepunkt für die internationale LGBTQIA+ Bewegung und gelten bis heute als Auslöser der modernen Pride-Märsche. Nach Österreich kam die Bewegung einige Jahrzehnte später. Am 29. Juni 1996 fand in Wien die erste Regenbogenparade statt. Rund 20.000 Menschen zogen damals über die Ringstraße, um für Sichtbarkeit, Akzeptanz und gleiche Rechte einzutreten. Was damals als politische Demonstration begann, hat sich zu einer der größten Kundgebungen des Landes entwickelt.
Eine Besonderheit ist bis heute geblieben: Die Parade bewegt sich entgegen der Fahrtrichtung über die Ringstraße. Ganz bewusst. Als Symbol dafür, bestehende Normen zu hinterfragen und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Längst ist Pride kein rein Wiener Ereignis mehr. Auch in Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt und vielen weiteren Städten finden regelmäßig Pride-Veranstaltungen statt. Die Forderung nach Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe wird heute in ganz Österreich sichtbar auf die Straße getragen.
Dieses Jahr zieht die Regenbogenparade bereits zum 30. Mal über den Wiener Ring. Für die einen ist es ein Fest der Vielfalt. Für andere ein politisches Statement. Und für viele beides zugleich. Denn Pride bedeutet nicht nur zu feiern, wie weit man gekommen ist. Pride erinnert auch daran, warum Menschen überhaupt begonnen haben, auf die Straße zu gehen.

