Jeder zweite Atemzug, den wir machen, hängt direkt mit ihnen zusammen. Denn ein Großteil unseres Sauerstoffs entsteht nicht nur in Wäldern, sondern auch im Meer. Genauer gesagt durch mikroskopisch kleines Phytoplankton. Diese winzigen Organismen treiben unscheinbar an der Wasseroberfläche und produzieren Sauerstoff, binden CO₂ und bilden die Grundlage vieler mariner Nahrungsketten. Ohne sie würde unser Planet völlig anders aussehen. Gleichzeitig wirken die Ozeane wie ein gigantischer Puffer für das Klima. Sie nehmen einen großen Teil der zusätzlichen Wärme auf, die durch den menschengemachten Klimawandel entsteht, und speichern enorme Mengen Kohlendioxid. Damit bremsen sie viele Folgen der Erderwärmung ab. Doch genau dadurch geraten sie selbst zunehmend unter Druck.
Die Temperaturen der Meere steigen aktuell stärker als jemals zuvor seit Beginn der modernen Messungen. Zuletzt wurde deshalb auch viel über den Golfstrom und das sogenannte AMOC-System berichtet. Also über jenes Netzwerk von Meeresströmungen im Atlantik, das Wärme rund um den Planeten transportiert und damit auch das Klima in Europa beeinflusst. Forschende beobachten dort seit Jahren Veränderungen. Die Ozeane funktionieren nämlich wie eine riesige Klimaanlage für die Erde. Und genau diese läuft nicht mehr so stabil wie früher.
Dazu kommen Millionen Tonnen Plastik, die jedes Jahr in den Meeren landen. Ein Teil davon zerfällt mit der Zeit zu Mikroplastik und taucht später wieder in Fischen, im Trinkwasser oder sogar in der Luft auf. Gleichzeitig verschwinden Korallenriffe, obwohl sie zu den artenreichsten Lebensräumen unseres Planeten zählen. Obwohl sie weniger als ein Prozent des Meeresbodens bedecken, bieten sie Lebensraum für einen großen Teil aller bekannten Meeresarten. Der heutige World Oceans Day erinnert daran, wie eng unser Leben mit den Ozeanen verbunden ist. Denn das Meer ist nicht nur schön anzuschauen oder eine schnelle Abkühlung im Sommer. Es reguliert unser Klima, verbindet Kontinente, versorgt uns mit Sauerstoff und ist Heimat für unzählige Arten. Genau deshalb stehen die Ozeane am 8. Juni weltweit im Mittelpunkt. So auch hier bei uns.

