Die beiden kennen sich seit über zwanzig Jahren, ein gemeinsames Album haben sie bisher aber nie gemacht. Der Anstoß kam, als Legend auf dem Comeback-Album von Clipse zu hören war, produziert von Pharrell. Daraus wurde eine Idee, aus der Idee schließlich ein ganzes Album. Aufgenommen wurde in Paris, in Pharrell's bekanntem Studio im Hauptquartier von Louis Vuitton. Und Pharrell durfte diesmal nicht nur ein bisschen mitmischen, sondern hat sämtliche Songs produziert und einen großen Teil davon mitgeschrieben.
Die Zusammenarbeit hört man. „Muse“ verbindet klassischen Soul und smoothen R&B mit Funk, orchestralen Elementen und modernen Beats. Das Klavier à la John Legend bleibt natürlich dabei, muss aber nicht ständig im Mittelpunkt stehen. Statt sich auf die bewährte Balladenformel zu verlassen, darf Legend hier auch einmal lässig erzählen, mit seiner Stimme spielen und sich von der Produktion tragen lassen.
Inhaltlich geht es um fiktive Liebesgeschichten, um Verführung, Sehnsucht und Beziehungen, in denen nicht immer alles so glattläuft, wie es nach außen wirkt. Auch Pharrells alte Weggefährten Clipse sind mit dabei. Und zwischen all den Geschichten über Herz und Begehren finden sich auch Themen wie soziale Ungleichheit. „Muse“ ist kein radikaler Neustart, aber für John Legend ein hörbarer Schritt raus aus der Komfortzone. Das Album klingt, als hätte da jemand wieder Lust bekommen, etwas auszuprobieren. Und Pharrell's Produktion liefert dafür die passende Bühne.
