Was für ein Buchtitel … Mit »Der Mann, das Opfer« legt Sophia Fritz nach ihrem Bestseller »Toxische Weiblichkeit« ein erweitertes Nachdenken über die Sozialisierung der Geschlechter nach. Wie schon Letzterer basiert auch dieser Essay vor allem auf persönlichen Erfahrungen. Und während sie in »Toxische Weiblichkeit« eine radikale Selbstreflexion vorgenommen hat, geht sie jetzt mit herzlicher und aufrichtiger Empathie auf den Mann zu. Ausgehend vom Tod ihres Bruders möchte sie wissen: Wie ticken Männer, woran leiden sie, wie wird man in unserer Gesellschaft zum Mann? Und warum erzeugt Männlichkeit so viel Schmerz? Am Ende, so viel darf ich vorwegnehmen, plädiert sie dafür, Männern Liebe entgegenzubringen, im ursprünglichen Sinne des Wortes, nämlich ihnen die Menschlichkeit nicht abzusprechen. Ein wertvoller Beitrag im aktuellen Diskurs. »Der Mann, das Opfer« von Sophia Fritz ist bei Hanser Berlin erschienen.
Sophia Fritz
Der Mann, das Opfer
Hanser Berlin, 288 S.


