Sie wirkt schüchtern. Bis sie singt. Dann ist Schluss mit dem Understatement. Zelda Weber braucht keine großen Gesten, um einen Raum einzunehmen.
Vor drei Jahren galt sie noch als „Next Big Thing“. Ein Begriff, mit dem der Musikbetrieb junge Künstler:innen gerne so lange klein hält, bis er behaupten kann, sie immer schon unterstützt zu haben. Inzwischen hat Zelda Weber knapp achtzig Konzerte gespielt, auf Festivalbühnen gestanden und ihr zweites Album veröffentlicht. Das "schwierige" zweite Album also. Schwierig ist an „Rose Thorne“ allerdings höchstens, es nebenbei zu hören.
Zehn Songs über Abschied, Reue, toxische Beziehungen, zerbrochene Egos und die angenehme Erkenntnis, dass man nicht jede emotionale Ruine für immer bewohnen muss. Zelda Weber schreibt selbst, spielt Klavier und Gitarre, managt ihre Band The Rosettes...und gestaltet nebenbei auch noch ihre Plattencover. Ihr Progressive Soul Pop trägt Retro-Charme, ohne sich in Nostalgie einzurichten. Produziert von Paul Gallister, klingt „Rose Thorne“ nach einer Künstlerin, die ihre Stimme nicht mehr sucht, sondern sehr genau weiß, was sie damit sagen will.
Denn live wird aus der vermeintlichen Schüchternheit etwas deutlich Gefährlicheres: Präsenz.
ZELDA WEBER The Rosettes "Rose Throne"
Superfly Konzert
Do. 18. Februar 2027
Porgy & Bess (Wien)


