Wenn man an Jazz denkt, landet man gedanklich schnell bei Blue Note Records - ikonische Cover, rauchgeschwängerte Clubs, pure Black Music. Guess what: wir lieben diesen Spirit. Aber Jazz war nie Stillstand, wusste stets zu expandieren. Und genau dort setzen Shake Stew an.
Was 2016 beim Jazzfestival Saalfelden seinen ersten großen Widerhall fand, hat sich längst zu einer internationalen Größe entwickelt. Angeführt vom Bassisten Lukas Kranzelbinder formierte sich die Band mit zwei Schlagzeugern, zwei Bässen und drei Bläsern zu einem Klangkörper, der eher an ein mobiles Ritual erinnert als an eine klassische Jazzformation. "The Golden Fang" kam nicht leise. "Rise and Rise Again", mit Shabaka Hutchings als Verstärkung, katapultierte sie über die Landesgrenzen hinaus bis nach Kanada, Mexiko und Marokko.
Mit Gris Gris (2019) wurde klar: Hier geht es nicht um Songs im herkömmlichen Sinn, sondern um Zustände. 19 Minuten Spannungskurve, Verdichtung, Auflösung. Shake Stew bewegen sich zwischen modaler Improvisation, polyrhythmischer Überlagerung und repetitivem Minimalismus. Zwei Drumsets verzahnen sich wie Zahnräder, die Basslinien treiben. Die Bläser öffnen Räume - mal mit Ethio-Jazz-Referenzen, mal in freier, fast eruptiver Interaktion. (A)live! dokumentierte die Wucht des Kollektivs auf der Bühne. Es folgten der German Jazz Award und Heat (2022), auf dem Astrid Wiesinger am Altsaxofon neue Farben einbringt: kantiger, unmittelbarer, noch dichter.
Shake Stew zeigen, wie weit sich dieses Genre dehnen lässt - und dass „made in Austria“ längst kein Understatement mehr ist, sondern ein Qualitätssiegel mit internationalem Nachhall. Für alle, die Jazz nicht als Hintergrund, sondern als Erfahrung begreifen: ab ins Flex.
SHAKE STEW
Superfly-Konzert
Sa, 18. April
Flex (Wien)


