Fernweh ist bekanntlich eine kostspielige Angelegenheit. Bei den Afrika Tagen genügt schon eine Fahrt mit der Wiener Linien. Kein verlorener Koffer, kein Sitznachbar, der acht Stunden lang die Armlehne besetzt. Dafür viel Musik, zahlreiche Begegnungen und eine erstaunlich große Welt auf der Donauinsel.
Seit 22 Jahren bringen die Afrika Tage Klänge, Kunst, Geschichten und Lebensfreude nach Wien. Wer Afrika dabei als ein einziges großes kulturelles Ganzes betrachtet, könnte genauso gut behaupten, Italien und Island seien im Grunde dasselbe. Der Kontinent ist riesig, seine Musik, Sprachen, Traditionen und Lebenswelten sind es ebenso. Auf dem Weltbazar warten Textilien, Instrumente, Kosmetik, Kleinmöbel, bunte Stoffe, Masken, Schmuck und Handwerk, das nicht aus irgendeiner anonymen Dekofabrik stammt. Viele Produkte werden direkt in afrikanischen Ländern gefertigt oder unterstützen fairen Handel und nachhaltige Strukturen. Man darf schauen, fragen, ausprobieren, anprobieren und sich verlieben.
Auch Kinder müssen hier nicht tapfer neben den Erwachsenen herlaufen und so tun, als wäre ihnen nicht langweilig. Beim liebevoll gestalteten Familienprogramm wird gebastelt, musiziert und Geschichten gelauscht. Kultur darf schließlich Spaß machen.
Natürlich ist nicht alles Farbenpracht und Festivalstimmung. Gemeinnützige Organisationen geben Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, welche Herausforderungen, Projekte und Ideen Menschen in unterschiedlichen Regionen beschäftigen. Und dann ist da die Musik. Jener Teil des Programms, bei dem selbst hartnäckige Bewegungsverweigerer plötzlich verdächtig rhythmisch mit dem Fuß wippen.
SUPERFLY empfiehlt: Valérie Ékoumè am Freitag, 14. August 2026, Morena Leraba am Freitag, 21. August 2026, und Marla Glen am Samstag, 22. August 2026.
Hingehen, zuhören, stöbern, staunen und ruhig ein wenig länger bleiben als geplant. Die Welt ist schließlich groß genug. Zum Glück passt ein ziemlich schöner Teil davon auch nach Wien.
AFRIKA TAGE 2026
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