Tuesday, 03 July 2018 08:16

expeditionen ins dunkelste wien

Autor: Max Winter

erschienen im picus Verlag

Für den Blick von »ganz unten« begab sich der Wiener Journalist MaxWinter vor hundert Jahren in die Welt der Wiener Elendsklasse. SeineSozialreportagen zeigten Wirkung. Er ließ sich als Obdachloserverkleidet ins Polizeigefängnis werfen, arbeitete als Statist in derHofoper, als Kulissenschieber im Burgtheater und als »Schreiber beiHarry Sheff«, einer Kolportageromanfabrik. 

Rollenreportagen machten esihm möglich, nicht von außen, sondern von innen den AlltagBenachteiligter zu schildern. Dabei war die gesamte Monarchie seinEinsatzgebiet. Recherchen führten ihn in die Industriegebiete derSteiermark, zu den mährisch-schlesischen Webern oder den böhmischenFabrikarbeitern. Der Journalismus, wie Max Winter ihn verstand, istnicht bloss Schreib(tisch)arbeit. Obwohl er seine Artikel akribisch mitwissenschaftlichen Ergebnissen, Statistiken und amtlichenSozialberichten, Akten und Archivmaterial untermauerte, sicherten seineunkonventionellen Vor-Ort-Recherchen qualitative Standards, die nichtsan Gültigkeit verloren haben. Seine Verkleidungen und das unerkannteEinschleichen in fremde Milieus, der maskierte Gang in die Welt dergesellschaftlichen Aussenseiter und Unterdrückten, ließen Max WinterElend und Unrecht unmittelbar am eigenen Leib spüren. Er wählte diesenWeg, um nach der Überwindung von Recherchebarrieren in Terrainsvorzudringen, die dem Journalisten verwehrt geblieben wären. DieEnthüllung von Missständen gelang durch Verkleidung. Was die »Muckraker«in den USA taten, leistete Max Winter, methodisch ein Wallraff derk.u.k. Monarchie, in Wien: Er beschrieb die inoffizielle Realität derGroßstadt, den Alltag der niederen sozialen Schichten der Monarchie vonunten.

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Anna Jeller – Die Buchhandlung

Das Buch der Woche wird ausgesucht und präsentiert von Anna Jeller.

Anna Jeller führt ihre Buchhandlung seit 1985. Eigenwillig, unabhängig und von Moden unbeeindruckt ist eine Buchhandlung entstanden, wie man sie so nicht mehr oft findet.

Die Buchhandlung Wien hat die Kneipe, das Espresso und die Parkbank zusammengefasst und zum Kaffeehaus weiterentwickelt - einer Institution, wo man lesen, sich bilden, allein - und unter Menschen sein kann. An der Ecke Margaretenstraße/Freundgasse haben sich daraufhin das Kaffeehaus und die Buchhandlung zur Institution Anna Jeller weiterentwickelt und damit vollendet. Ist "Anna Jeller" eine Frau, eine Buchhandlung, ein Kaffeehaus oder ein Stammbeisl? Und in welcher Reihenfolge? Die Eingeweihten wissen es. Die anderen geht es nichts an. (Eva Menasse)

Anna Jeller, Buchhandlung

Margaretenstraße 35
1040 Wien

Fax.: 586 67 47

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