Into the groove - Verve

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Plattenfirmen im Portrait

Schwung, Begeisterung. Das sagt der Duden über das Wort Verve. Und auch auf den Jazz-Impresario Norman Granz passt diese Zuschreibung, der 1956 Verve Records gründet. Denn selten treffen Geschäftssinn und Idealismus so zusammen, wie in seiner Person. 

Alles beginnt mit der Konzertreihe Jazz at the Philharmonic, die Granz ab 1944 veranstaltet. Mit der will er nicht nur den Jazz einem breiteren Publikum näher bringen, sondern auch dem Rassismus den Kampf ansagen. Weder schwarze Musiker noch schwarzes Publikum waren bis dahin bei Konzerten für die Weißen zugelassen. Das ändert Grantz mit Jazz at the Philharmonic.

Aufnahmen von Live-Konzerten waren bis dahin nicht nur nicht üblich, sondern sogar verboten. Abgesehen davon glaubte niemand an deren kommerzielle Verwertbarkeit. Norman Granz‘ geschäftlichem Spürsinn ist es zu verdanken, dass sich das ändert. Die Live-Aufnahmen, die er ab 1946  auf seinem ersten Label Clef Records veröffentlicht, entwickeln sich rasch zum Kassenschlager. Legendär etwa die Aufnahme des Debütkonzerts mit Nat King Cole und Les Paul. 

Anlass für die Gründung von Verve war dann letzten Endes Granz erfolgreiche Jagd nach Ella Fitzgerald. Sechs Jahre lang versucht er, sie für sich zugewinnnen. Als es durch einen geschickten Tauschhandel mit Decca Records schließlich klappt gründet er Verve, unter dem er seine bisherigen drei Labels Clef, Norgran und Down Home zusammenfasst. Gleich die erste Veröffentlichung wird ein Klassiker des Jazz: Ella Fitzgerald sings the Cole Porter Song Book. Sieben weitere Song-Book-Einspielungen sollten noch folgen. 

1960 verkauft Granz das Label an MGM. Neuer Kopf von Verve wird Creed Taylor, der sich zuvor bereits als Chef des Impulse Labels in der Jazz-Szene etabliert hatte. Unter der Ägide Creed Taylors entstehen viele auch kommerziell sehr erfolgreiche Aufnahmen mit neuen Verve-Künstlern wie Wes Montgomery, Kenny Burrell, Cal Tjader oder Astrud Gilberto. Aber auch Stan Getz, der schon länger bei Verve unter Vertrag war, machte in dieser Zeit einige seiner besten Einspielungen. Für sein mit dem brasilianischen Sänger und Gitarristen João Gilberto aufgenommenes Album "Getz/Gilberto", auf dem sich der Hit "The Girl From Ipanema" befindet, erntet der Tenorsaxophonist 1964 gleich vier Grammys. 

Nach Taylors Weggang erweitert sich das Spektrum von Verve immer mehr auch in Richtung Rock. Frank Zappa und seine Mothers of Invention kommen zu Verve. Und Velvet Underground veröffentlichen ihr legendäres von Andy Warhol produziertes Debütalbum  bei Verve. In den letzten Jahrzehnten hat sich Verve zum Einen in der Pflege des eigenen Erbes mit aufwändigen Neuauflagen hervorgetan. Zum anderen verpflichtet das Label aber nach wie vor spannende Neuentdeckungen wie zuletzt etwa Miles Mosley, der umtriebige Bassist von Jazz-Star Kamasi Washington. Mit Verve geht das Verve Label also in die neuen Zeiten, Gründer Norman Granz würde sich darüber bestimmt freuen. 

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