screening room

Thursday 09-11-2017

licht - screening room - neu im kino

Die junge Pianistin Maria Theresia Paradis erntet in den Wiener Salons des ausgehenden 18. Jahrhunderts mit ihrem Können große Bewunderung. Weil sie aber seit ihrem dritten Lebensjahr blind ist, schicken ihre Eltern sie von einem Arzt zum anderen. Eine Tortur für die junge Frau, bis die Behandlung des umstrittenen Arztes Mesmer tatsächlich zu funktionieren scheint.

Die Behandlungsmethoden, mit denen Maria bereits traktiert worden ist, klingen wie aus dem Gruselkabinett. Doch ihre Eltern setzen auch zwecks besserer Vermarktbarkeit ihrer Tochter alles daran, dass sie ihr Sehvermögen zurückgewinnt. Aber auch Maria selbst sehnt sich nach nichts mehr als nach ihrem Augenlicht.

Der umstrittene Arzt Mesmer setzt ein unsichtbares magnetisches Fluidum bei ihr ein. Das scheint tatsächlich anzugschlagen. Doch unter der erwachenden Sehkraft scheint Marias Klavierspiel zu leiden...





Regisseurin Barbara Albert hat sich für ihr neues Werk wie gewohnt lange Zeit gelassen. Fünf Jahre sind seit ihrem letzten Film "Die Lebenden" ins Land gezogen. Ihr neuer Film widmet sich sehr konzentriert einer kurzen und historisch verbürgten Zeitspanne des Lebens von Maria Theresia Paradis, die tatsächlich bei dem wegen seiner Methoden eher fragwürdigen Arzt Franz Anton Mesmer in Behandlung war. Paradis startete eine erfolgreiche Karriere als Konzertpianistin, nachdem sie ihre Blindheit akzeptiert hatte. Für Mesmer dagegen wurde die an sich zeitweise erfolgreiche Behandlung schließlich zum Stolperstein und er als Betrüger gebrandmarkt.

Der Film besticht durch seine schlanke Dramaturgie und die Fokussierung auf das Innenleben seiner Protagonistin. Genau so gelungen sind aber auch die Darstellung der lächerlichen Statusspiele und der blasierten Sprache des Adels.

Licht. Ab 10.11. im Kino.