Am 7. Feburar 2006 feiert Yames Yancey seinen 32. Geburtstag mit seiner Mutter und einigen engen Freunden in einem Krankenhaus in LA. Ebenfalls angestoßen wird auf das am selben Tag unter seinem Künstlernamen J Dilla veröffentliche Album "Donuts". 3 Tage später stirbt er an den Folgen der Autoimmun-Erkrankung Lupus und hinterlässt eine fassungslose Community.
J Dilla gilt als Ausnahmeerscheinung des Hip Hop, einer jener Produzenten der bereits mit den ganz großen Namen auf einer Stufe steht ohne sich selbst dabei hervorzuheben. Er hat der Szene nachhaltig seinen Stempel aufgedrückt, Hip Hop und Soul Music auf den nächsten Level gebracht.
Bevor er zur Inspiration für viele seiner Kollegen wird, beginnt seine Geschichte aber zunächst in seiner Heimat Detroit:
Gemeinsam mit Schulfreunden gründet er die Gruppe "Slum Village", verbringt Stunden im Haus von Amp Fiddler und lernt Beats auf der MPC drum machine zu produzieren. Davor hatte er simpel die Aufnahme- und Stopptaste seines Kassettenrecords gedrückt.
Mit Slum Village verdient er sich in der Zwischenzeit die ersten Props in Detroit. Dabei wird er von Q-Tip, dem Frontman von "A Tribe Called Quest" entdeckt, der sofort mit dem talentierten Dilla arbeiten will. Gemeinsam mit ihm und Ali Shaheed bilden sie das Produzenten-Team (The) Ummah(s).
1996 gehört J Dilla bereits zu den gefragtesten Produzenten des Landes, liefert Beats für die letzten beiden Tribe-Alben, Busta Rhymes, De La Soul und The Pharcyde. Noch immer macht er um sich selbst keinen großen Rummel, lässt die Beats für sich sprechen.
Dilla produziert stetig weiter, die Beats für Janet Jacksons Single"Got til its gone" stammen genauso von ihm wie der Sound von Q-Tips erstem Soloalbum "Amplified" 1999. Es folgt das erste und zugleich letzte Album von Slum Village. Gemeinsam mit Questlove, D´Angelo & James Poyser formt er das Superproducerteam "Soulquarians" und produziert Alben für Erykah Badu, Talib Kweli oder Common.
Erst 2001 beginnt J Dilla auch als Solo-Artist aktiv zu werden und veröffentlicht "Welcome 2 Detroit". 2003 folgt unter dem Namen Jaylib das gemeinsam mit Madlib produzierte Album "Champion Sound". Im selben Jahr geht es mit JayDees Gesundheit bergab. Die Ärzte diagnostizieren Lupus und sein Immunsystem wird zunehmend schwächer. Während einer Europatournee 2005 kann er nur noch im Rollstuhl auftreten. Nichtsdestotrotz arbeitet er noch an drei weiteren Alben, darunter sein letztes Solo-Album "The Shining" dessen Veröffentlichung er mit seinem Tod am 10. Februar 2006 nicht mehr erleben sollte.

