Ein deutscher Komiker in der Kabarett-Hochburg Wien – das kann ja was werden, könnte sich da mancher denken, wo doch die Vorurteile über den Humor unserer nördlichen Nachbarn nicht unbedingt die positivsten sind. Kurt Krömer zerbricht sich darüber aber nicht den Kopf: "Ich war schon öfter hier in Wien und habe bisher noch nie einen Kulturschock bekommen. Auf die Auftritte im Stadtsaal bin ich gespannt, aber es läuft genauso wie in Deutschland, dass ich Sorge dafür zu tragen habe, dass es ein guter Abend wird – für mich gibt's erst mal kein schwieriges Publikum."
"Der nackte Wahnsinn" heißt das Soloprogramm, mit dem Krömer derzeit durch den deutschsprachigen Raum tourt. Was die Zuschauer dabei erwarten dürfen, weiß er aber selbst noch nicht so genau: "Mir ist immer wichtig, dass der Titel um Gottes Willen niemals zum Programm passt. Ich bin kein Fan von roten Fäden und Konzepten und so."
Nach durchgestylten Fernsehshows mit reichlich Requisite begibt sich Krömer in seinem Soloprogramm wieder zurück zu seinen Anfängen, als er durch die Bars und Kinos Berlins tingelte und für sein Programm nicht einmal Notizen brauchte: "Alles, was ich brauche, ist ein Tisch, ein Stuhl und die Texte in meinem Kopf. Ich kann mich mit einer Aldi-Tüte in den ICE setzen und auf Tour gehen."
Dementsprechend hängt es hauptsächlich vom Publikum ab, womit Kurt Krömer diese Woche den Stadtsaal zum Lachen bringen wird: "Die schönsten Abende sind die, wo man sich gegenseitig die Bälle zuschmeißt und das Publikum merkt, sie können jederzeit die Show beeinflussen und Zwischenrufe machen oder Bierkrüge werfen."
Ob zum Zwischenrufen, Bierkrüge werfen oder einfach nur still dasitzen – für Fans von Berliner Schnauze und Kurt Krömers absurden Anekdoten dürfte "der nackte Wahnsinn" auf jeden Fall einen Besuch wert sein.
"Der nackte Wahnsinn" auf der Stadtsaal-Website.

